Trotz aller Widrigkeiten optimistisch

Gaildorf.  Die Jahresversammlung der Fleckviehzüchter ist stets am Samstag vor dem Pferdemarkt. Daran hat sich nichts geändert, auch wenn der Verein nun nicht mehr Fleckvieh-, sondern Rinderzuchtverein heißt.

Bestimmender Eindruck an diesem Pferdemarkt-Samstag, als die Rinderzüchter des Limpurger Landes traditionsgemäß zur Jahresversammlung in die Gaildorfer Limpurghalle strömten, war die Zuversicht der Züchter, trotz aller Widrigkeiten die Zukunft meistern zu können. Besonders die Jungzüchter präsentierten sich an diesem Tag höchst aktiv und auch selbstbewusst. Ihr Vorsitzender Marcus Nübel hatte den längsten Bericht abzugeben, so umfangreich waren ihre Aktivitäten.

Auch in einer gestiegenen Mitgliederzahl äußerte sich ihre Arbeit. Alle sind offenbar entschlossen, die Höfe ihrer Väter einmal erfolgreich weiter zu führen. Obgleich gut ausgebildet, streben sie nach weiterem Wissen. Sie hören Fachvorträge, halten Seminare ab, holen sich neue Erkenntnisse bei Lehrfahrten. Im Berichtsjahr fuhren die Jungzüchter der Region - zusammen mit den "erwachsenen" Züchtern - nach Holland. Dort war nicht nur ein Viehzuchtbetrieb ihr Ziel. Sie erkundeten auch Spezialbetriebe wie eine Tomatenzucht und eine Champignonproduktion. Marcus Nübel lobte dabei auch den Geschäftsführer Uwe Beißwenger. "Echt super" habe er die Lehrfahrt vorbereitet.

Sie machen aber auch sonst von sich reden: Beim Pferdemarktumzug etwa sind sie dabei, beim Krämermarkt in Geifertshofen wirkten sie mit, beim Backofenfest ins Wackershofen, beim Floßfest in Gaildorf. Es versteht sich, dass die Gaildorfer Züchter - jung und alt - bei allen Fachveranstaltungen erfolgreich vertreten waren, ob in Ilshofen oder Bad Waldsee. Immer wieder standen dabei Tiere des Vereins "auf dem Treppchen".

Auch mit der Vermarktung ihrer Vierbeiner konnten die Züchter zufrieden sein. Für 514 Bullen- und 64 Kuhkälber, 62 Zuchtkühe und vier Rinder erzielten sie insgesamt 282 000 Euro.

Uwe Beißwenger nannte im Kassenbericht den Vereinsumsatz mit 15 000 Euro, mit einem Plus von 1071. Auf Antrag von Landwirtschaftsdirektor Helmut Hessenauer wurde der Vorstand einstimmig entlastet.

Die ganze Rinderunion Baden-Württemberg konnte 45 774 Stück Vieh für insgesamt knapp 20 Millionen Euro absetzen. Das waren nur 0,3 Prozent weniger als 2008. Dabei erzielte man auf den Auktionen deutlich höhere Preise als beim Verkauf ab Stall. Georg Häckel, Vorsitzender der Rinderunion, zeigte sich mit den Preisen zufrieden. Besonders lobte er dabei den Export nach Italien, den "der läuft hervorragend".

Die Limpurger Bürgermeisterriege war vollzählig gekommen. Vorsitzender Helmut Grau konnte Ralf Eggert (Gaildorf), Rosalinde Kottmann (Gschwend), Werner Strack (Oberrot), Roland Miola (Fichtenberg) und Markus Bock (Sulzbach-Laufen) begrüßen. Für sie sprach Ralf Eggert als Hausherr. Er äußerte sich sehr angetan von den vielen Aktivitäten, besonders auch der Jungzüchter.

Ein großes Kompliment machte Eggert dem Verein für die Zuchtleistungen, Ausdruck einer intensiven Arbeit der Bauern. Der Landtagsabgeordnete Dr. Friedrich Bullinger erinnerte die Versammlung daran, dass die Agrarpreise nicht im Land gemacht würden. Wie positiv die Landwirtschaft wirke, verdeutlichte er mit Hinweis auf die geringen Arbeitslosenquoten in bauernstarken Landkreisen wie Biberach und Schwäbisch Hall. Da gebe es Arbeitsplätze in der Weiterverarbeitung, "von der Milch bis zu den Maultaschen". Der Abgeordnete hielt es in diesem Zusammenhang für angemessen, dass den Bauern schon für die Landschaftspflege staatliche Zuwendungen zustünden.

Zum Abschluss wurde den Züchtern von Hallenwirt Stettner ein warmes Vesper serviert.


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Autor: KURT LEIBBRAND | 09.02.2010

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