Sorgenkind Mensa

Gaildorf.  Tafeln in der Gaildorfer Schulmensa ist offenbar "uncool". Die Zahl der Schüler, die dort ihr Mittagessen einnehmen, ist drastisch gesunken, der Caterer hat das Handtuch geworfen. Nun bahnt sich eine Lösung an.

Wie können Schüler für die Mensa im Gaildorfer Schulzentrum begeistert werden? Diese nach wie vor unbeantwortete Frage hängt bleischwer im Raum. Fakt scheint zu sein: Es liegt offenbar nicht an der Qualität des Essens, dass die Zahl derer, die hier eine warme Mahlzeit einnehmen können, rapide gesunken ist, dass Döner, Pizza oder Currywurst einem ausgewogenen Komplett-Menü vorgezogen werden. Die bislang letzte Catering-Firma hat bereits im Sommer den Betrieb eingestellt, seither gibt es als Übergangslösung Nahrhaftes vom Bäcker.

Wie es weiter geht, steht noch in den Sternen. Beigeordneter Ulrich Bartenbach berichtete kürzlich dem Gemeinderat über einen Vorschlag der Schulen, das Essensangebot über die ortsansässige Gastronomie bereit stellen zu lassen. Was jedoch, so Bartenbach, "eine schwierige logistische Herausforderung" darstelle. Auch Gespräche mit der Beratungsstelle für Schulverpflegung endeten ohne Erfolg.

Ulrich Bartenbach und Ralf Niesner, der für das Gebäudemanagement der Stadt verantwortlich zeichnet, machten nun dieser Tage den berühmten Silberstreif am Horizont aus: Sie verhandelten mit einem Unternehmen, das am Betrieb der Mensa durchaus interessiert zu sein scheint. Im Januar sollen im Rahmen einer weiteren Gesprächsrunde Einzelheiten erörtert werden, wie Bartenbach verriet. Der kommissarische Rathauschef machte jedoch keinen Hehl daraus, dass eine Subventionierung der Mahlzeiten durch die Stadt oder die Hellerstiftung wohl unumgänglich sein werde. Die Rede ist von einer Summe zwischen 5000 und 10 000 Euro pro Jahr.

In diesem Zusammenhang berichtete Bartenbach auch vom Angebot einer "ortsansässigen Bank", das Abrechnungssystem dazu kostenlos zur Verfügung zu stellen. Dadurch ließen sich etwa 30 Cent pro Essen sparen. Grundsätzlich gab er zu bedenken, dass der Essenspreis bei maximal 3,50 Euro angesiedelt werden solle - auf keinen Fall höher.

Der Gemeinderat soll sich nun in seiner Sitzung am 25. Januar einmal mehr mit dem Thema befassen. Gleichzeitig soll eine Umfrage an den Schulen anlaufen, um die Wünsche der Schüler zu ermitteln. Ulrich Bartenbach dämpfte allerdings auch die eine oder andere Erwartung, mit der die Verwaltung konfrontiert wird: "Wir können nicht alles bieten, eine Mensa ist nun einmal kein Restaurant". Ihm kämen immer wieder Wünsche zu Ohren, "die wir nicht erfüllen können". Richtschnur sei: "Das Angebot muss sich mit dem Preis vertragen".

Grundsätzlich erklärten sich die Sprecher der Ratsfraktionen mit der von Ulrich Bartenbach vorgeschlagenen Marschroute einverstanden. Gleichwohl entwickelte sich schon im Vorfeld der anstehenden Gespräche eine engagierte Debatte. - Siehe Bericht auf Seite 11.


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Autor: KLAUS MICHAEL OSSWALD | 28.12.2011

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