Mittsommerwoche in Finnland

4400 Kilometer und sechs Länder in elf Tagen: Die Deutsch-Finnische Gesellschaft Schwäbisch Hall hat eine Reise rund um die Ostsee gemacht. Dabei machte sie auch Station in Halls Partnerstadt Lappeenranta.

RICHARD HÄNLE |

Der Obersontheimer Busfahrer Peter Kuczma erinnert sich noch gut an seine erste Rundreise um die Ostsee im Auftrag der Deutsch-Finnischen Gesellschaft e.V. (DFG). Sie fand vor zehn Jahren anlässlich des Beitritts der baltischen Staaten zur Europäischen Union statt. Nun durfte er eine 35-köpfige Truppe von Hall aus rund um die "Baltische See" chauffieren.

Die erste Etappe bringt die Reiseteilnehmer nach Posen, der fünftgrößten Stadt Polens. Nach einer Führung durch die historische Altstadt führt die Reise am nächsten Morgen weiter über Warschau bis nach Bialystok an der polnisch-weißrussischen Grenze. Am nächsten Tag stehen die ehemalige Residenz des Großfürsten von Litauen, die Wasserburg Trakai und Litauens Hauptstadt Vilnius auf dem Programm. Vorher wird jedoch noch Kaunas, die an der Memel liegende, zweitgrößte Stadt Litauens angesteuert, wo der Guide für das Baltikum, Vladimir Smirnov, zusteigt und den Reisenden gleich zu einer nicht vorgesehenen historischen Stadtführung verhilft. Am vierten Tag führt die Reise in die lettische Hauptstadt Riga, die dieses Jahr den Beinamen "Kulturhauptstadt Europas" tragen darf. Unterwegs liegt, noch auf litauischem Gebiet, die Stadt Siauliai (deutsch: Schaulen), die schon in den Chroniken des Schwertritterordens aus dem 13. Jahrhundert erwähnt wird. Nächste Station, nach einem weiteren Abstecher in den an der Ostsee liegenden Kur- und Badeort Pärnu, ist die Haupstadt der estnischen Republik, Tallinn.

Tag acht führt die Reisenden nach einer zweistündigen Fährüberfahrt in den Westhafen der finnischen Hauptstadt Helsinki. Am Abend ist Schwäbisch Halls finnische Partnerstadt Lappeenranta an der Ostgrenze zu Russland erreicht. Das Wetter und die Helligkeit - es ist Mittsommerwoche - laden noch zu einem abendlichen Spaziergang entlang des größten finnischen Binnenseehafens ein. Der Hafen ist sowohl Ausgangspunkt für Schiffs- und Bootsfahrten in das weit verzweigte Saimaa-Seengebiet als auch in den gleichnamigen Kanal, der auf russischer Seite seine Fortsetzung erfährt und bei Vyborg in den östlichen Teil des Finnischen Meerbusens mündet.

Tags darauf nach einem kurzen Besuch im Stadthaus begleitet Stadtrat Jussi Härkönen die Reisegesellschaft auf eine kleine Stadtrundfahrt, die zum Schwäbisch Hall-Park beim Campus-Gelände führt; ein Ausflug ins Seengebiet schließt sich an. Jussi, der mit seinem Vollbart und lockigen Haar wie der wilde Mann aus dem Stadtwappen von Lappeenranta aussieht, betreibt im Pussi-Puisto (Kuss-Park) der Stadt den "kleinsten Laden der Welt": einen Kiosk, in dem rechnerisch 1,4 Personen Platz haben. Auf der Rückreise besucht die Reisegruppe unter anderem Schloss Gripsholm, das durch den gleichnamigen Roman von Kurt Tucholsky Bekanntheit erlangte.Info Im September wird in Schwäbisch Hall der XI. Deutsch-Finnische Kommunalpartnerschaftskongress stattfinden.

Lappeenranta im Porträt

Zentrum Lappeenranta in Finnland ist seit 1985 Partnerstadt von Schwäbisch Hall. Die Stadt (58000 Einwohner) liegt in Südkarelien, zwischen dem Südufer des Saimmaa-Seengebietes und der Staatsgrenze zu Russland. Sie ist Universitätsstadt und bildet den touristischen Mittelpunkt sowie das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Südostfinnlands.

Programm Neben Verwaltungskontakten findet zwischen Hall und Lappeenranta ein Schüleraustausch statt, auch Theater- oder Musikgruppen besuchen sich.

SWP

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