Gaildorfer Krankenhaus

Landrat Bauer sieht keine Möglichkeit für Rettung

Gaildorf.  Die Entwicklung lässt sich offenbar nicht mehr aufhalten. Das Gaildorfer Krankenhaus wird aller Voraussicht nach im Sommer geschlossen. Letzte Hoffnungsschimmer lösen sich in diesen Tagen in Nichts auf.

Das letzte Kapitel der Gaildorfer Krankenhaus-Geschichte wird in den nächsten Tagen und Wochen zu Ende geschrieben. Hoffnung, die kleine Klinik am Leben zu erhalten, gibt es nicht mehr. Die letzten Fünkchen davon drohen zu erlöschen, wie aus einem der RUNDSCHAU vorliegenden Schriftwechsel zwischen den beiden Gaildorfer Kreisräten Karl Eichele (SPD) und Friedrich Zahn (ÖDP) mit Landrat Gerhard Bauer hervorgeht.

Die Räte wollten im Zusammenhang mit dem vor Weihnachten offiziell verkündeten Aus der Einrichtung ganz konkret wissen, ob nicht doch noch die Hoffnung besteht, das Haus weiterzuführen (Eichele) bzw. welche (auch wirtschaftlichen) Folgen die Schließung nach sich zieht (Zahn).

Landrat Bauers ausführliche Stellungnahmen dazu lesen sich alles andere als ermutigend: Der Kreis, dem die Immobilie gehört, könne "der Schließung des Krankenhausstandortes leider nichts mehr entgegensetzen".

Der Landkreis habe sich innerhalb der gemeinsamen Gesundheitsholding "stets für eine Weiterführung des Standortes Gaildorf und damit auch der Geriatrie" eingesetzt. Nach der Kündigung der Holding durch das Haller Diak - das seit 1. Januar 2009 in Gaildorf Regie führt - zum Ende des Jahres 2011 habe der Klinikträger vom Kreis gefordert, die Defizite der früheren Kreiskrankenhäuser vollständig zu übernehmen. Und damit, so der Landrat an Kreisrat Eichele, "ergab sich das grundsätzliche Problem, dass der Landkreis nicht für Ergebnisse eines Krankenhauses einstehen kann, das sich nicht in seiner Trägerschaft befindet" - und dessen Ergebnisse zudem von einer Geschäftsführung zu verantworten seien, auf die der Kreis "keinen maßgeblichen Einfluss" habe.

Die Holding ist Geschichte, was blieb, ist eine "strategische Partnerschaft" zwischen Kreis und Diak". Letzterer Partner sah mit dem Ende der Holding auch die Bestandsgarantie für Gaildorf hinfällig. Die desolate wirtschaftliche Lage mit jährlichen Verlusten in Höhe von "nahezu 1 Million Euro" (Klinikchef Dr. Peter Haun in einer Stellungnahme an den Landrat) machten den Betrieb des Gaildorfer Krankenhauses, vereinfacht gesagt, unrentabel.

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht wie mit Blick auf die medizinische Versorgung biete die Zusammenfassung der Patienten in Hall (Diak) und Crailsheim (Kreis) ohnehin Vorteile, meint das Diak. Dies gelte im übrigen für alle medizinischen Teilgebiete.

Offensichtlich scheint auch Landrat Bauer mit seinem Latein am Ende zu sein. In seinen Antwortschreiben an die Kreisräte Eichele und Zahn versichert er, "dass wir alle theoretisch denkbaren Optionen geprüft haben". Die Ergebnisse zeigten aber "eindeutig, dass diese in der Realität nicht aufgehen". Er könne den besorgten Räten daher "leider keine Hoffnungen machen, dass Gaildorf als Krankenhausstandort vom Landkreis aufrechterhalten werden kann".

Für ihn als Landrat sei diese Erkenntnis "sehr bitter". Er kenne und teile die Wut, Enttäuschung und Trauer der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Patienten und Bürger im Limpurger Land.

Info Siehe dazu auch unsere Dokumentation auf Seite 11. Ein weiterer Bericht folgt in unserer morgigen Ausgabe. Darin geht es unter anderem ums Geld.


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Autor: KLAUS MICHAEL OSSWALD | 21.02.2012

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