Erkunden, bohren, messen . . .

Gaildorfer Energie-Projekt Naturstromspeicher in der Planungsphase

Gaildorf.  Das Energieprojekt Naturstromspeicher, das in Gaildorf gebaut werden soll und bereits für viel Wirbel gesorgt hat, kommt voran. Die Projektentwickler müssen aber noch einige planerische Hürden nehmen.

Seit dem 11. Dezember vergangenen Jahres weiß Alexander Schechner, dass er in die Planung einsteigen kann: Der geistige Vater des Energieprojekts Naturstromspeicher, das Wind- und Wasserkraft zu einer weltweit bislang einzigartigen Speichertechnologie kombiniert, beruft sich dabei auf das positive Ergebnis des Bürgerentscheids, dem zufolge die Stadt Gaildorf Flächen für den Bau der Anlagen zur Verfügung stellen kann. Im Rahmen dieses Bürgerentscheids stimmten 25,2 Prozent der Wahlberechtigten dafür, 19,29 Prozent dagegen. Das von der Gemeindeordnung vorgesehene "Quorum" war damit erreicht worden.

Dem vorausgegangen waren wochenlange Auseinandersetzungen zwischen Befürwortern und Gegnern. Letztere hatten überwiegend unter dem Dach der Bürgerinitiative "Für Gaildorf" vor dem Energieprojekt gewarnt, weil sie durch die vier großen Windräder negative Auswirkungen auf Gesundheit, Lebensqualität und Natur befürchten. Schechner wiederum versicherte absolute Transparenz bei der Planung, in deren Rahmen viel Wert darauf gelegt werde, mögliche Beeinträchtigungen zu minimieren.

Die weiteren Schritte werden nun im März und April folgen. Eine detaillierte Vermessung der Standorte für die Windkraftanlagen steht ebenso auf dem Programm wie die Vermessung der Trasse für die Druckrohrleitung und die 20 kV-Stromableitung von den Windkraftanlagen zum Pumpspeicherkraftwerk. Ferner sind weitere Geländeaufnahmen im Bereich Unterbecken/Flutmulde vorgesehen.

Parallel dazu soll an den geplanten Windrad-Standorten, entlang der Rohrleitungstrasse und im Bereich der Flutmulde der Baugrund durch so genannte Rammkernbohrungen erkundet werden.

Bereits seit Dezember Jahres arbeitet das Oberroter Büro Gekoplan an den Untersuchungen zum Natur- und Artenschutz im gesamten Spektrum. Noch nicht genau terminiert sind die Arbeiten für ein hydrogeologisches Gutachten zur geplanten Ausführung des Unterbeckens bzw. der kombinierten Flutmulde. Dieses Gutachten soll als Grundlage für die ingenieurtechnische Detailplanung dienen.

Wie Alexander Schechner berichtet, schreitet auch die Produktentwicklung für das Anlagenkonzept voran: "Planungs- und Projektierungsarbeiten an allen wesentlichen Bauteilen der Gesamtanlagen werden aktuell ausgeführt". Die Ergebnisse dienten als Grundlage für die Erstellung der umfangreichen Genehmigungsunterlagen. In Vorbereitung sind auch Maßnahmen für die Windmessung. Im Sommer soll ein Windmessmast gestellt werden.

Was die rechtlichen Rahmenbedingungen anbelangt, "schreitet die Ausgestaltung der zukünftigen Entwicklung der Windkraftnutzung in Baden-Württemberg voran", gibt sich Alexander Schechner zuversichtlich. Hintergrund: Neben dem Entwurf zum Landesplanungsgesetz gibt es seit dem 23. Dezember 2011 einen Entwurf für den Windenergieerlass für Baden-Württemberg, der sich aktuell noch in der Anhörung befindet. In Bayern wurde ein solcher Erlass bereits am 20. Dezember verabschiedet - nebst umfangreichen Hinweisen zum Natur- und Artenschutz.


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Autor: PM/KMO | 22.02.2012

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