Die Zukunft ist ein "smart Grid"
Region. Netzbetreiber wie die EnBW Regional AG müssen viel Geld in die Hand nehmen, um ihre Infrastruktur fit für die Zukunft zu machen. Eine dezentrale Stromerzeugung erfordert intelligente Steuerungstechnik.
Dank staatlicher Förderung erlebte das Thema Fotovoltaik einen Boom. Kaum ein Landwirt hat in den letzten Jahren darauf verzichtet, auf seinem Stall die blau glänzenden Siliziumscheiben aufstellen zu lassen, um aus Sonnenlicht Strom zu erzeugen. Auch auf vielen privaten Hausdächern wird elektrische Energie produziert. Das schafft für die Stromversorger und Netzbetreiber ein Problem. Abnehmen müssen sie die elektrische Energie. Doch dieser Prozess muss auch gemanagt werden. In einem Stromnetz kann nur soviel Energie eingespeist werden, wie gerade benötigt wird. Mit Hilfe von Pumpspeicherkraftwerken ist es zwar möglich, einen Überschuss zu speichern, "doch irgendwann ist auch der letzte See voll", gibt Frank Schupp von der EnBW Regional AG zu bedenken.
Das Stromnetz der Zukunft wird ein intelligentes Netz, ein so genanntes "smart Grid", sein. Dabei wird von Seiten der Versorger in die Haustechnik eingegriffen. Harald Endreß, Leiter der Netzentwicklung bei der EnBW Regional AG, nennt das Beispiel Kühlung. Steht ein Stromüberschuss zur Verfügung, wird der Kompressor der Gefriertruhe angeworfen. Benötigt das Netz Energie, kann ein solcher Vorgang für einen späteren Zeitpunkt geplant werden. Schon jetzt ist es möglich, Geschirrspüler oder Waschmaschinen für den Betrieb in verbrauchsschwachen Zeiten zu programmieren. Wer über einen in der Bereitstellungsgebühr teureren Zweitarifzähler verfügt, kann mit Nachtstrom Geld sparen. Endreß ist davon überzeugt, dass sich in technischer Hinsicht noch einiges tun wird. Auch Elektro-Mobilität war Thema beim Jahrespressegespräch in Öhringen. Die Region Neckar-Franken soll Vorbild sein. In Zusammenarbeit mit der Touristikgemeinschaft des Landkreises Hall wurde die erste "movelo"-Region des Landes gegründet. Ziel ist der Aufbau eines flächendeckenden Netzes an Verleihstationen entlang der Radwege von Kocher und Jagst. Harald Endreß ist sich jedoch bewusst, dass Elektro-Mobilität im großen Stil nur Sinn macht, wenn die Energie dafür aus regenerativen Quellen stammt. Persönlich will der Leiter der Netzentwicklung ein gutes Beispiel geben. Endreß fährt bereits einen Kleinwagen mit Elektroantrieb.
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Autor: PETER LINDAU | 17.02.2011
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