Kosten von bis zu einer Million Euro im Gespräch

Die Schließung des Gaildorfer Krankenhauses wird teuer

Gaildorf.  Schlüssel rumdrehen und fertig! So einfach, wie sich mancher Crailsheimer oder Haller Kreisrat das vorgestellt hat, funktioniert die Schließung des Gaildorfer Krankenhauses nicht. Viel Geld ist dazu nötig.

Ob nun marode Firmen abgewickelt werden oder überflüssig gewordene Krankenhäuser - günstig ist eine Schließung in keinem Fall zu haben. Zwar könnten die Kosten für diesen letzten Schritt, der Mitte des Jahres auch die kleine Gaildorfer Klinik treffen soll, noch nicht genau beziffert werden. "Vorläufig gehen wir von einem Schließungsaufwand in Höhe von bis zu einer Million Euro aus". So zitiert Landrat Gerhard Bauer eine Aussage Dr. Peter Hauns, Geschäftsführer des Diakonie-Klinikums Schwäbisch Hall. Bauer beantwortete damit einer der Fragen, die ÖDP-Kreisrat Friedrich Zahn unlängst an ihn gerichtet hatte.

Zahn wollte überdies auch wissen, in welcher Höhe Fördermittel an das Land Baden-Württemberg zurückgezahlt werden müssen, die für die in mehreren Schritten erfolgte Sanierung des Krankenhauses geflossen sind. Hier sieht es nun laut Landrat Bauer so aus, dass sich der Restbestand an Fördergeldern für die Klinik auf rund 3,4 Millionen Euro beläuft. Wobei der Landkreis als Eigentümer der Immobilie - das Diak ist seit 2009 Träger des Krankenhausbetriebs und zieht sich in dieser Eigenschaft nun zurück - diese Fördermittel "in der Höhe der Verkaufs- oder Vermietungs-Erlöse für das Gebäude zurückbezahlt werden". Interessant in diesem Zusammenhang: Dieser Betrag verringert sich offensichtlich umso mehr, je höher die Schließungs- und Verlagerungskosten sind. Denn diese Kosten können, so der Landrat, "gegengerechnet werden". Konkret: Je teuerer die Schließung des Hauses, desto weniger Fördermittel müssen ans Land zurückgegeben werden.

Das Gebäude selber wird dem Schreiben des Landrats zufolge stillgelegt, "bis eine andere Verwendung gefunden wird". Wohl nicht wieder als Krankenhaus, wie Experten befürchten. Denn der Landkreis werde sich mit Blick auf den hart umkämpften Gesundheitsmarkt keine Konkurrenz ins Boot holen wollen.


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Autor: KLAUS MICHAEL OSSWALD | 22.02.2012

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