OB-Wahlkampf

Der Kampf um die Klinik wird Chefsache bleiben

Gaildorf.  Ralf Eggerts OB-Wahlkampf in Calw ist geprägt von Themen, die auch seinen bisherigen Wirkungskreis bestimmen. Der Gaildorfer Schultes erklärt die medizinische Versorgung zur Chefsache.

Viele Arbeitsfelder, die der (möglicherweise) scheidende Gaildorfer Bürgermeister in hiesigen Breiten mit vollem Einsatz beackert hat, werden ihn auch - sollte er am 25. September gewählt werden - in Calw begleiten. Ob Ralf Eggerts Einsatz allerdings in allen Bereichen von Nachhaltigkeit gekrönt sein wird, steht in den Sternen. Paradebeispiel: Das Gaildorfer Krankenhaus scheint, glaubt man Unkenrufen aus den verantwortlichen Gremien, keine Zukunft mehr zu haben. Die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen in diesem Land machen kleineren Einrichtungen das Überleben schwer. Rote Zahlen bedeuten auf mittlere Sicht das Todesurteil für diese Krankenhäuser. Politisches Handeln im Bereich der medizinischen Versorgung wird zunehmend zur Kosten-Nutzen-Rechnung.

Der Calwer Kreisklinik scheint es mit ihren mehr als 200 Betten - Gaildorf hatte bis zur Schrumpfung im ersten Quartal 2007 noch 85 Planbetten - nach turbulenten Phasen wieder besser zu gehen. Zumindest hat sie dem Vernehmen nach weitaus bessere Perspektiven als das Gaildorfer Krankenhaus, für dessen Erhalt sich Eggert seit seinem Einzug ins Rathaus 2002 verkämpft. Die hier gesammelten Erfahrungen und sein Wissen um die politischen Zusammenhänge sind Pfunde, mit denen er in seinem Wahlkampf in Calw wuchern kann. Immerhin darf er für sich reklamieren: Ohne sein Zutun und das des Gemeinderats wären im Gebäude Kochstraße 19 vor Jahren schon die Lichter ausgegangen.

Mit "Zukunft Krankenhaus" überschrieb Eggert denn auch einen seiner Themenabende in Calw. Hier nannte er den Einsatz für das Krankenhaus und für die niedergelassenen Ärzte "eine ureigene Aufgabe des Oberbürgermeisters", wie ihn der "Schwarzwälder Bote" zitiert. Der Einsatz zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung der Bürger sei "eine elementare Aufgabe der Stadt und somit auch des OB".

Eggert empfahl sich an diesem Abend auch unter Hinweis auf seine Tätigkeit als Mitglied des Aufsichtsrats der Gesundheitsholding Schwäbisch Hall, in dem er sich intensiv mit dem Thema Krankenhäuser im ländlichen Raum beschäftige. Er habe seinen Gästen zugesichert, "das Krankenhaus und die medizinische Versorgung in den Mittelpunkt des Handelns" zu stellen. Die Stadt Calw müsse sich "zukunftsorientiert im Gesundheitswesen aufstellen". Das sei "ohne Wenn und Aber eine Primäraufgabe".

Ob diese Aufgabe in Gaildorf er weiterhin wahrnimmt oder im Falle seiner Wahl in Calw ein Nachfolger - es wird ein hartes Stück Arbeit werden. Erschwerend kommt hinzu: Gaildorf würde nach Eggerts Wegzug nicht vor dem Frühjahr 2012 einen neuen Schultes bekommen - in dem Jahr, in dem die Bestandsgarantie für die kleine Klinik ausläuft.


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Autor: KLAUS MICHAEL OSSWALD | 12.09.2011

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