Der Gaildorfer Pferdemarkt 2010 lockt wahre Menschenmassen ins Städtle

Gaildorf.  Auch der 74. Gaildorfer Pferdemarkt, der gestern tausende von Menschen aus der ganzen Region ins Städtle lockte, hat das Prädikat verdient, eines der schönsten Traditionsfeste weit und breit zu sein.

Der Ausnahmezustand ist programmiert, wenn in Gaildorf Pferdemarkt gefeiert wird. Gestern erfuhr die (nach offizieller Zählung) 74. Auflage dieses größten Volksfestes in Limpurger Landen ihren absoluten Höhepunkt - bei durchaus noch erträglichen Temperaturen um den Gefrierpunkt, ohne Niederschläge, aber auch ohne Sonne. Tausende von Menschen aus allen Teilen der Region ließen es sich nicht nehmen, die Höhepunkte des Festes mitzuerleben.

Wieviele Besucher es letztlich waren, lässt sich nicht exakt ermitteln. 20 000? Oder 30 000? Irgendwo dazwischen dürfte die Besucherzahl liegen, wie auch Hauptkommissar Martin Mühlbeyer, Chef des Gaildorfer Polizeipostens, vermutet. Er und ein knappes Dutzend von Kollegen waren gemeinsam mit zahlreichen Kräften der Feuerwehr im Einsatz, um für Ordnung zu sorgen. Die war seinem Bericht zufolge stets gewährleistet; von den berühmten "besonderen Vorkommnissen" gab es bis Redaktionsschluss nichts zu berichten. Nur so viel: Die Zahl derer, die sich mit Alkohol zuschütten, hat Mühlbeyers Einschätzung zufolge stark zugenommen, auch und gerade unter jungen Leuten. Am Rande der "Party"-Brennpunkte war die Stimmung gereizt.

Anders am Vormittag auf der Kocherwiese, als sich 72 Pferde der gestrengen Jury präsentierten. Wohl mussten sich die Fans von "Susi" mit der Tatsache zufrieden geben, dass die Siegerstute der vergangenen Jahre heuer krankheitshalber pausieren musste. Dennoch wurde schnell deutlich, dass sie von der nicht minder edlen "Venus" würdig vertreten wurde.

Mit Beginn des prächtigen Umzugs strömten wahre Menschenmassen in die Innenstadt. Ob edle Rösser oder fantasievoll gestaltete Themenwagen, ob Musik oder Gardetanz - es gab viel zu bestaunen und zu beklatschen, auch die Kutsche mit Geburtstagskind Ralf Eggert. Der Bürgermeister trat gestern nämlich ins "Schwabenalter" ein.

Doch es herrschte nicht nur eitel Freude über einen der schönsten Pferdemärkte im Land. Verzweiflung war zu spüren, als sich die von der drohenden Schließung ihrer Gießerei betroffenen Mahle-Mitarbeiter mit Transparenten einreihten.


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Autor: KLAUS MICHAEL OSSWALD | 09.02.2010

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