8092 Unterschriften an Sozialministerin Altpeter

Die bislang größte Protestaktion für den Erhalt des Gaildorfer Krankenhauses hat gestern in Stuttgart ihren vorläufigen Höhepunkt erfahren. Sozialministerin Altpeter bekam 8092 Unterschriften ausgehändigt.

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  • Beim gestrigen Ortstermin vor laufender Fernsehkamera (von links): Sozialministerin Katrin Altpeter mit Dr. Ulrich Bauer, Cornelia Dähmlow, Johanna Schandor und Karl-Dieter Diemer von der Bürgerinitiative "Krankenhaus Gaildorf". Fotos: Oßwald 1/2
    Beim gestrigen Ortstermin vor laufender Fernsehkamera (von links): Sozialministerin Katrin Altpeter mit Dr. Ulrich Bauer, Cornelia Dähmlow, Johanna Schandor und Karl-Dieter Diemer von der Bürgerinitiative "Krankenhaus Gaildorf". Fotos: Oßwald
  • Sozialministerin Katrin Altpeter mit dem Ordner voller Unterschriftenlisten aus dem Limpurger Land. 2/2
    Sozialministerin Katrin Altpeter mit dem Ordner voller Unterschriftenlisten aus dem Limpurger Land.
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Mit gemischten Gefühlen fuhren gestern Vormittag Cornelia Dähmlow, Johanna Schandor, Karl-Dieter Diemer und Dr. Ulrich Bauer von der Bürgerinitiative (BI) "Krankenhaus Gaildorf" mit dem Regionalexpress der Bahn gen Landeshauptstadt. Im Gepäck: Ein dicker Aktenordner mit Listen voller Unterschriften. Deren Zahl hat sich bis dahin noch einmal erhöht - von den am frühen Dienstagabend ermittelten 7700 auf nunmehr 8092, in nur zwei Wochen gesammelt!

Vor dem Landtagsgebäude wartete bereits SWR-Reporter Harald Holz mit einem Kamerateam - nachdem zuvor im Gaildorfer Krankenhaus nicht gedreht werden durfte! - auf die kleine Gaildorfer Delegation. Und gleich das erste Gespräch zum Thema - eine Zufallsbegegnung mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Helmut W. Rüeck . . .

Arbeitsreiche und kräftezehrende Tage liegen hinter der BI. Aus dem von Cornelia Dähmlow angestoßenen Protest gegen die zum 1. Juli angekündigte Schließung der Gaildorfer Klinik ist eine große Bewegung erwachsen, die mit dem, was sich in Sachen Gesundheitsversorgung im Limpurger Land anbahnt, schlicht und einfach nicht zufrieden ist.

Diese Unzufriedenheit ist nun zwischen den Deckeln des besagten prallvollen Ordners dokumentiert, den die BI gestern Mittag, Schlag 12 Uhr, im Stuttgarter Landtag an Sozialministerin Katrin Altpeter überreichte: 8092 Unterschriften von Menschen aus allen Teilen des Limpurger Landes, die sich mit ihrer Signatur nicht nur für den Erhalt des Krankenhauses aussprechen, sondern auch den Forderungskatalog der BI an Landkreis- und Landespolitik begrüßen.

Dieser Katalog sieht unter anderem den sofortigen Stopp der Umzugsplanungen für das Krankenhaus Gaildorf vor und darüber hinaus die Klärung der Frage, warum im Landkreis Schwäbisch Hall die Zahl der Klinikbetten pro 1000 Einwohner rein rechnerisch nur bei 3,7 liege, im Landesdurchschnitt jedoch bei 6,0. Hier hakte gestern allerdings der SPD-Landtagsabgeordnete Nikolaos Sakellariou ein, der seiner Parteifreundin Altpeter assistierte. In den Landesdurchschnitt seien auch große Uni-Kliniken eingerechnet. Nun gelte es, Zahlen vergleichbarer Landkreise zu ermitteln.

Ungeachtet dessen: Ganz konkret pocht die BI darauf, das mit Millionenaufwand modernisierte Gaildorfer Haus während der geplanten Baumaßnahmen in den sanierungsbedürftigen Krankenhäusern Crailsheim und Schwäbisch Hall zu nutzen. Gleichzeitig, so die BI-Vertreter im Gespräch mit der Ministerin, sollten die Fördermittel des Landes für die beiden größeren Standorte erst dann freigegeben werden, "wenn die Gaildorfer Einrichtung in den Gesamtbettenplan einbezogen beziehungsweise die Wiederaufnahme in den Krankenhausbedarfsplan des Landes Baden-Württemberg erfolgt" sei, wie Karl-Dieter Diemer der Ministerin erklärte.

Vom Landkreis schließlich, dem die noch bis 1. Juli durch das Haller Diak betriebene Immobilie gehört, erwartet die BI nicht mehr und nicht weniger als ein klares Bekenntnis "zu seiner Verantwortung als Träger des Gaildorfer Krankenhauses" - der er zurzeit de facto ja nicht mehr ist. Man fühle sich, brachte der BI-Sprecher und langjährige chirurgische Chefarzt Dr. Ulrich Bauer die Stimmung im Limpurger Land auf den Punkt, "stiefmütterlich behandelt". Der Kreis vernachlässige einen ganzen Landstrich, "und lässt sich das vom Land bezahlen".

Nun muckt das Stiefkind auf, wofür Ministerin Altpeter wohl Verständnis äußerte, "aber wir" - also die Landesregierung - "sind es nicht, die dieses Krankenhaus schließen wollen". Probleme wie in Gaildorf entstünden dann, "wenn man die Trägerschaft aus der Hand gibt". Nun gelte es zu klären, was man an diesem Standort "an wohnortnaher ambulanter Versorgung anbieten" könne. Allerdings, so Altpeter, "kann ich nicht zu Ihrem Kreistag sagen, nun macht mal!" Im Übrigen bezweifle sie, ob ein Krankenhaus mit einer Größe von 100 Betten überhaupt wirtschaftlich zu führen sei.

Dem widersprach Dr. Ulrich Bauer energisch: Das Gaildorfer Haus sei in der Vergangenheit durchaus wirtschaftlich zu führen gewesen und könne - bei entsprechender Führung - immer noch so arbeiten. Denn: Von den 258 Einrichtungen in Baden-Württemberg verfügten immerhin 90 über weniger als 50 Krankenbetten.

Der Protest ist angekommen!

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