24 Stunden unter Druck

Wenn die Jugendfeuerwehr Gaildorf den Ernstfall probt, dann richtig: Beim Berufsfeuerwehrtag war der Gaildorfer Nachwuchs 24 Stunden lang in Bereitschaft und nahezu pausenlos im Einsatz.

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Die Jugendabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Gaildorf absolvierte kürzlich einen Berufsfeuerwehrtag. Dabei galt es in ständiger Bereitschaft für den nächsten Einsatz zu sein. Die einzelnen Übungen und Notfall-Szenarien, die in dieser Zeit bewältigt werden mussten, waren von den einzelnen Abteilungen organisiert worden.

Samstags um 10 Uhr begann die 24-Stunden Schicht. In der Feuerwache Gaildorf wurde die Einsatzbereitschaft hergestellt. Schon um 11 Uhr ertönte der erste Alarmton. Am Einsatzort wurde dann festgestellt, dass es sich um einen Fehlalarm gehandelt hatte.

Zur Mittagszeit stand Gerätekunde auf dem Plan. Nach dem Mittagessen ertönte dann der Alarmton zum zweiten Mal. Eine verletzte Person musste mit einer Steckleiter vom Balkon eines Mehrfamilienhauses gerettet werden. Gekonnt wurde die Person mit einem Rettungsknoten gesichert und langsam die Leiter hinuntergeführt.

Um etwa 15 Uhr kam der erste Großeinsatz. Ein Fahrradfahrer musste gerettet werden, nachdem er bei einem Verkehrsunfall unter einem großen, zirka 400 Kilogramm schweren Heuballen mit einem Gewicht begraben wurde. Die 16 Jugendlichen sperrten weiträumig die Unfallstelle ab, sicherten den Traktor samt Anhänger und retteten den Radfahrer unter der Zuhilfenahme von zwei Hebekissen und Rüstmaterialien aus Holz. Das sehr realistisch dargestellte Szenario hatte die Abteilung Unterrot organisiert.

Gegen 17 Uhr wurde ein "Backofenbrand" gemeldet - der von dem Ottendorfer Abteilungsleiter Dietmar Wohlfahrt organisierte Einsatz entpuppte sich allerdings als Einladung zur Pizza. Allerdings gings danach gleich wieder zur Sache: Das Einsatzstichwort lautete "Brennende Acetylenflasche". Da das Gas hochexplosiv ist, musste die Flasche, die natürlich präpariert war, behutsam heruntergekühlt und das ausweichende Gas kontrolliert abgebrannt werden. Der Einsatz war von Stadtbrandmeister Stefan Dwornitzak organisiert worden. Gegen 21 Uhr galt es in Hägenau einen von der Abteilung Ottendorf simulierten Wohnhausbrand zu löschen. Das Wasser dafür wurde aus dem neu angelegten Löschteich entnommen; die Wasserversorgung mit dem Schlauchanhänger sichergestellt - 500 Meter Schlauch wurden aus- und später wieder eingerollt. Mit Atemschutzgerät, Handlampe, Leinenbeutel und Wärmebildkamera ging es dann auf die Suche nach vier vermissten Personen, die in dem künstlich eingenebelten Haus um Hilfe riefen.

Um Mitternacht wurde gemeldet, dass ein Unfallfahrzeug auf der B 19, Abzweigung Hägenau, Öl verloren habe. Die Jugendlichen mussten die auslaufende Flüssigkeit auffangen und die gut 50 Meter lange Ölspur mit Ölbindemittel - verwendet wurde allerdings Sägemehl - abstreuen und aufkehren. Den Einsatz hatte die Abteilung Ottendorf organisiert.

Die Nachtruhe wurde dann wieder durch einen Brandeinsatz gestört. Dieses Mal ging es zum Gaildorfer Schulzentrum. Im Innenhof des Gymnasiums hatte die Abteilung Gaildorf zwei Feuerstellen eingerichtet. An der kleineren Feuerstelle konnte mit Feuerlöschern geübt werden. Das andere Feuer wurde mit drei Strahlrohren und vereinten Kräften gelöscht, nachdem zuvor die Wasserversorgung sichergestellt worden war.

Gegen drei Uhr gings zu Bett, um 7 Uhr aber gleich wieder raus: Dieses Mal galt es mit Feuerpatschen und Feuerlöscher mehrere Kleinbrände auf offenem Feld zu löschen. Zusätzlich hatte die Abteilung Eutendorf ein Holzhäuschen mit Stroh gespickt und angezündet. Das Häuschen wurde aber routiniert abgelöscht. Zur Belohnung spendierte die Abteilung Eutendorf ein Frühstück.

Zum Abschluss - noch ein Einsatz. Im Kocher wurden vier Ölkanister gesichtet, die es nun mit dem Schlauchboot einzusammeln galt. Danach gings zur Abkühlung in den Kocher.

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