13 Monate alte Labradorhündin stirbt in Wörlebach - Tierarzt bestätigt Gifttod

Emma war zum Knuddeln süß, gutmütig und anhänglich, gehorchte Frauchen aufs Wort. Die blonde Labradorhündin wurde nur 13 Monate alt. Sie starb einen grausamen Tod, verendet an Gift.

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Emma war wie die dreijährige Kira ein blonder Labrador. Archivfoto: ka

Kaum hatte sie die Nachricht auf ihrem Handy, raste Jasmin nach Hall in den "Fressnapf" und kaufte einen Maulkorb. "Den letzten im Geschäft", sagt sie. Das Exemplar der Größe "L" soll verhindern, dass es Kiany wie Emma ergeht. Die Labradorhündin hat im Wohngebiet Wörlebach in Großaltdorf Rattengift verschluckt. Tierarzt Dr. vet. Günther Scheuerle konnte dem Hund nicht mehr helfen.

Morgens hatte Frauchen Emma in die Praxis gebracht, sie war malad, abends starb sie. "Die Symptome", sagt der Tierarzt, "sprechen eindeutig für Gift. Den Beweis, dass es der Hund aufgenommen hat, kann natürlich nur eine aufwändige Untersuchung bringen." Die Hauptwirkung von Rattengift liegt in einer massiven Störung der Blutgerinnung. Das Tier verblutet innerlich. Und das wahrscheinlich langsam, denn für die intelligenten Nager benötigt man ein heimtückisches Gift, eines das zeitverzögert wirkt. "Wenn wir fünf Jahre das gleiche Gift verwenden, nehmen es die Ratten nicht mehr an", bestätigt Steffen Munz vom städtischen Baubetriebshof Gaildorf.

Zwei Schafe verenden an Gift

Das Rattengift im Wörlebach muss ein Privatmann gelegt haben. Der Bauhof hat die Aktion in diesem Jahr an eine Fremdfirma vergeben. Sie wird das Gift erst noch auf Gaildorfer Gemarkung auslegen - vorschriftsmäßig in den Kanälen. Seine Wirksamkeit ist enorm. "Mit der Aktion erwischen wir 99 Prozent für dieses Jahr", berichtet Munz. Obwohl Frauchen mit Emma lediglich in der Siedlung ihre Runde drehte, tappt die Polizei im Dunklen. Es sei nicht nachweisbar, wo der Hund das Gift gefressen hat, ob auf der Straße oder ob es in den Garten der Familie geworfen worden ist. Auch der Tod zweier vergifteter Schafe am Kirgel vor kurzem ist noch ungeklärt.

Und wenn ein Kleinkind das präparierte Gift in die Hände bekommt? "Wir sind eine Familiensiedlung", sagt Nicole Stieb. Für die Hundebesitzerin aus dem Wörlebach war der "Giftmord ein Riesenschock, dass so was in unserem kleinen Gaildorf passiert." Jetzt geht sie mit ihrem Hund im Eisbachtal Gassi. Was er dabei alles so vor und vor allem in die Schnauze bekommt, entzieht sich natürlich ihrer Kenntnis. "Ein Hund frisst halt alles, das kann man nur schwer kontrollieren", sagt der Polizist, der übrigens auch einen Hund hat. Die Erfolgsaussichten, den "Giftmörder" zu fassen, schätzt selbst die Polizei als sehr gering ein. "Es sei denn, der Täter verplappert sich mal." Tierquälerei wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Dass sie Menschen empört, ist eine normale Reaktion: Psychologen bezeichnen sie als eine Störung des Sozialverhaltens. Hundebesitzer haben zur Selbsthilfe gegriffen und ihr eigenes Netzwerk aufgebaut. Sie machen über eine Giftköder-App auf neue Funde der tödlichen Leckerli aufmerksam.

Info Eine Giftköder-App und eine Website finden Sie unter www.giftkoeder-radar.com
Infos zur Ersten Hilfe für Hunde finden Sie hier.

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