1280 - Ein Gaildorfer als Vasall der Limpurger
Bis zum Jahr 1260 gibt es keinerlei schriftliche Belege für die Existenz Gaildorf, obwohl die Stadt - was bauhistorische Untersuchungen rund ums Alte Schloss ergeben haben - bereits besiedelt gewesen sein muss. In einer 1260 ausgestellten Urkunde ist von einem Rabenold, "Rabenoldo de Geilendorf", die Rede (über den wir gestern berichtet haben), der fortan aber wieder (vorübergehend?) in der Versenkung verschwindet. Über seine Person wie allgemein über den Ort Gaildorf in den folgenden Jahren schweigen die einschlägigen Archive.
Der nächste Hinweis nennt das Jahr 1280: Ein "Ruckerus de Geilendorff" wird in einem durch Kaiser Rudolf gestifteten Friedensvertrag zwischen Limpurg, in Vertretung durch Schenk Walter, und Hall genannt. In diesem Vertrag, aus dem der Historiker und Gschwender Pfarrer Heinrich Prescher (1749- 1827) im 1790 herausgegebenen zweiten Band seiner Beschreibung der Reichsgrafschaft Limpurg zitiert, wird Ruckerus als Vasall erwähnt, der sich für Schenk Walter verbürgt.
Ob Bruder oder Sohn Rabenolds - von diesem geheimnisvollen Ruckerus wird in den Gaildorfer Annalen nie wieder die Rede sein. Ebenfalls im Jahr 1280 taucht nun plötzlich wieder der Name Rabenold auf: "Rabenoldus de Geilndorf". In einem Schriftstück beurkunden Abt Simon und der Konvent von Comburg die Beilegung ihres Streits mit den Brüdern Gottfried und Konrad von Rot über einen Hof in Hausen an der Rot (Einzelheiten darüber finden sich im Württembergischen Urkundenbuch, Hauptstaatsarchiv in Stuttgart). Ob es sich bei diesem Rabenold um den adeligen Gaildorfer handelt, der in der ersten bekannten Urkunde aus dem Jahr 1260 genannt ist, oder um einen gleichnamigen Sohn, lässt sich nicht mehr ermittelt. Und nun die Überraschung: Rabenold ist wenige Jahre später plötzlich wieder da ... kmo
Info Wer die Urkunden im lateinischen Original lesen möchte, im Württembergischen Urkundenbuch kann auch via Internet geschmökert werden: www.wubonline.de.
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03.09.2010
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Um 1230 wird die Limpurg bei Hall durch Schenk Walter von Schüpf erbaut, der fortan den Namen "Walter von Limpurg" trägt. Im Gefolge Walters findet sich ein "Ruckerus de Geilendorff". Dieses Foto von der Ruine Limpurg entstand im Jahr 1905 und ist der Sammlung Metz entnommen (Archiv Haus der Geschichte).
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