100. Todestag des Abtsgmünder Ehrenbürgers und Künstlers Friedrich von Keller

In Abtsgmünd wurde des 100. Todestages des Ehrenbürgers Prof. Friedrich von Keller gedacht. Der stellvertretende Bürgermeister Armin Friedrich erzählte über das Leben und Schaffen des Künstlers.

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  • Abtsgmünds erster stellvertretender Bürgermeister Armin Friedrich (zweiter von rechts) legte am 100. Todestag des Künstlers Prof. Friedrich von Keller einen Kranz am Grab des Abtsgmünder Ehrenbürgers nieder. 1/2
    Abtsgmünds erster stellvertretender Bürgermeister Armin Friedrich (zweiter von rechts) legte am 100. Todestag des Künstlers Prof. Friedrich von Keller einen Kranz am Grab des Abtsgmünder Ehrenbürgers nieder. Foto: 
  • Der Maler Friedrich von Keller (1840-1914). 2/2
    Der Maler Friedrich von Keller (1840-1914). Foto: 
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Erst im Alter von 27 Jahren öffneten sich für Keller die Pforten der königlichen Kunst-schule in Stuttgart, nachdem er sich einige Jahre im Malerhandwerk als Stuck- und Zimmermaler die erforderliche finanzielle Grundlage für ein Studium geschaffen hatte.

Keller übersiedelte im Bestreben nach Weiterentwicklung 1871 nach München, wo er sich zunächst als freischaffender Künstler betätigte. Dort erregte er Aufmerksamkeit und fand in den Steinbrüchen von Polling und Dachau zu seinem Stil und seinem Thema, dem körperlich schwer arbeitenden Menschen. Auf der Suche nach neuen stilistischen und thematischen Ausdrucksformen begann Keller an der Kunstakademie München ein weiteres Studium, während dessen der sehr starke religiöse Zug in seinen Werken zum Ausdruck kam. Er war mit Franz Defregger, Hans Thoma und Franz von Stuck in Freundschaft verbunden. Seine finanzielle Situation ermöglichte es dem 36-Jährigen, im Jahr 1876 seine Jugendliebe Ernestine Burger zu heiraten. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor. Er unternahm erstmals Studienreisen, die ihn nach Italien, Frankreich und später nach Ägypten und Palästina führten.

1883 wurde Keller an die Stuttgarter Kunstakademie berufen. Die Professur dort wurde mit seiner Ernennung zum Direktor im Jahre 1901 und vor allem zu seinem 25-jährigen Jubiläum als Lehrer an der Akademie mit der Verleihung des Ehrenritterkreuzes des Kronordens durch den württembergischen König gekrönt. Von da an hieß er Friedrich von Keller.

Seine Abtsgmünder Zeit lässt sich nicht genau eingrenzen. Sicher ist jedoch, dass er sich bereits lange vor seiner Emeritierung im Jahr 1913 in Abtsgmünd aufgehalten hat. In den königlichen Hüttenwerken zu Wasseralfingen und besonders in der Neuschmiede hatte er Zugang zu Menschen bei schwerer, schweißtreibender Arbeit in schnell wechselnden Situationen von Licht und Schatten an den Hochöfen wie an den Hämmern der Schmiede. Hier entstanden ab der Jahrhundertwende die beeindruckenden Werke Kellers mit ihrer ganz besonderen, faszinierenden Strahlkraft.

Wichtiger Teil der Geschichte und Kultur Abtsgmünds

Am Hochofen und in der Schmiede trafen sich Friedrich von Keller und Alexander Eckener, die beide die Faszination für diese Arbeitsplätze empfanden. Sie hinterließen der Nachwelt mit ihren Bildern und Studien einen tiefen Einblick in die Zeit der Industrialisierung.

Im Jahr 1912 wurde Keller zum Ehrenbürger der Gemeinde Abtsgmünd ernannt. Diese Ehrung weist darauf hin, dass er sich einer hohen Wertschätzung im Ort erfreute und hohes Ansehen genoss. Er entwarf für Abtsgmünd ein neues Wappen und wählte die Gemeinde im Jahre 1913 zu seinem Alterssitz, an dem er bis zu seinem frühen Tod am 26. August 1914 lebte. Seine Kunst ist bis heute wichtiger Bestandteil der Kultur und Geschichte von Abtsgmünd.

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