Nick Schyras Herz hängt an seiner Radiosendung

Schwarze Kappe mit Horaff-Pin – daran ist Nik Schyra leicht zu erkennen. Der gebürtige Hesse ist längst ein überzeugter Crailsheimer geworden.

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Ich bin ein Multitalent“, sagt Nikolaus (Nik) Schyra – und das meint er auch so. Der 69-Jährige hat schon vieles ausprobiert in seinem Leben – und er hat noch viele Ideen. Er fotografiert, ist als Lehrbeauftragter an Crailsheimer Grundschulen und als Dozent an der Volkshochschule tätig, entwirft Logos und schafft Kunstwerke, war als Journalist für die inzwischen eingestellte Wochenzeitung unterwegs, ist Laienschauspieler, Vorlesepate im Kindergarten und Bärentreiber beim Volksfestumzug. Und viele kennen ihn als Radio-Moderator der Sendung „Nik vor 12!“ im Bürgerradio „Sthörfunk“ Schwäbisch Hall-Crailsheim.

Nik Schyra wurde in Frankfurt am Main geboren. Mit 14 ging er in die Lehre. „Ich habe als Postjungbote angefangen und war Briefträger bis 1995“, erzählt er. Anschließend besuchte er die Abendrealschule, machte die mittlere Reife nach und wagte sich an die Fachhochschulreife. Kurz vor der Abschlussprüfung verließ ihn allerdings der Mut. „Mein Ziel war, Psychologie zu studieren.“ Statt eines Studiums las Schyra alles, was er an Fachliteratur über Psychologie in die Finger bekam. „Bücher sind meine besten Freunde“, sagt er.

Von 1979 bis 1986 lebte Nik Schyra mit seiner Ehefrau Irmgard Gerecht als Hauseltern und zehn Kindern im Albert-Schweitzer-Kinderdorf in Waldenburg. Als die Familie nach Crailsheim zog, adoptierte sie drei der Kinder und nahm zwei weitere als Pflegekinder mit. „Das Familienleben ist mir wichtig – ein Leben ohne Kinder ist für mich nicht vorstellbar.“ Heute sind die Kinder erwachsen und weit verstreut. Sie leben in Texas, Wien, Backnang, Ochtrup und Schwäbisch Hall. Der enge Kontakt hält auch über die weite Entfernung.Nik Schyras Liebe zu Büchern darf man im doppelten Sinne verstehen: Er liest gern und er schreibt auch. Ein erstes Buch hat er vor zwei Jahren im Selbstverlag herausgebracht. Es heißt „Der Giraffengockel“ und ist eine Geschichtensammlung, in der seine beiden Möpse Luzy und Bella als Kommissarinnen in Crailsheim verschiedene Fälle lösen.

Schreibwut hat ihn gepackt

„Ich wollte unseren Hunden damit ein literarisches Denkmal setzen“, sagt der 69-Jährige. Viele persönliche Erlebnisse fließen in die Geschichten mit ein. So kommt auch die Sau „Roberta Sponti“ darin vor, die ebenfalls eine Weile bei Familie Schyra/Gerecht gelebt hat.

„Als ich den Giraffengockel geschrieben haben – das war wie im Rausch. Ich habe den Grundstock in einer Woche heruntergeschrieben.“ Eine Fortsetzung ist bereits in Arbeit. Das nächste Buch soll ein Kinderbuch werden. Gleichzeitig schreibt Schyra an einem Thriller, auch hier ist der Schauplatz Crailsheim. „Ich bin zwar ein Reingeschmeckter, aber ich fühle mich als Crailsheimer“, sagt er mit Überzeugung. Der Horaff-Pin an seiner Kappe, die inzwischen sein Markenzeichen ist, unterstreicht das.

Dass er sich heimisch fühlt, hat viel mit der offenen Art zu tun, mit der Nik Schyra auf die Menschen zugeht. Schnell knüpften er und seine Ehefrau Kontakte, über die Mitgliedschaft im Gesangverein Westgartshausen ging das problemlos. „Positiv neugierig war ich schon immer“, verrät Schyra lachend, „ich informiere mich gern, frage nach den Hintergründen und beschäftige mich mit der Geschichte.“

Diese Eigenschaft hilft ihm bei seinen Radiosendungen, die er für „Radio Sthörfunk“ seit 2007 produziert. In seiner Sendung, die sonntags von 19 bis 20 Uhr zu hören ist, hat er – anfangs in Schwäbisch Hall und inzwischen im Studio Crailsheim – mehr als 300 Gäste vor dem Mikrofon gehabt. Jahrelang interviewte er ausschließlich Frauen, seit Kurzem hat er auch männliche Studiogäste. „An meiner Radiosendung hängt mein Herzblut“, sagt Nik Schyra.

Dass Schyra im nächsten Jahr 70 wird, ist für ihn noch lange kein Grund, seine Aktivitäten einzustellen. Im Gegenteil, er hat noch einiges vor. „Ich möchte gern mal als DJ arbeiten. Außerdem habe ich noch keinen Song geschrieben – das sollte ich auch mal tun“, überlegt er. Mit diesen Projekten wird er es halten, wie mit allem, was er in seinem Leben angefangen hat: „Ich habe nie gefragt: Kann ich das? Ich hab’s einfach gemacht.“

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