Maas-Sanierung kostet Arbeitsplätze

Das Sanierungsverfahren für die Baustoff-Kette Maas aus Ilshofen-Eckartshausen, wird neu geregelt: Der Baustoffhandel geht planmäßig weiter –  Profile und Bemo gehen in die Regelinsolvenz.

|
Die Hauptniederlassung in Ilshofen-Eckartshausen kann in Eigenverwaltung den Baustoffhandel und alle zehn Filialen wie gehabt fortführen. Gesucht wird nach Investoren.  Foto: 

Die mittelständische Gruppe hatte am 29. August dieses Jahres für ihre vier zentralen Unternehmen – Maas Baustoffe, Maas Profile, Bemo Systems und Maas Holding – Antrag auf Insolvenz gestellt.

Im Baustoffhandel ändert sich auch im eröffneten Eigenverwaltungsverfahren für die Mitarbeiter und die Kunden erst einmal nichts: Mit allen zehn Baustoffmärkten geht es zu den gewohnten Öffnungszeiten und mit unverändertem Sortiment weiter. Die Unternehmensleitung um Stefan Dowiasch und Dirk Eichelbaum, der als Sanierungsgeschäftsführer die Leitung ergänzt, bleibt damit weiterhin im Amt und wird von der Wirtschaftskanzlei Buchalik Brömmekamp aus Düsseldorf beraten.

„Der Baustoffhandel musste bedingt durch die Insolvenz der Gruppe ein Eigenverwaltungsverfahren anmelden. Das Unternehmen arbeitet profitabel. Das Verfahren hat keinen Einfluss auf die Märkte und wir merken, dass die Kunden weiter zu uns stehen“, erklärt Dowiasch.

Mit dem Verfahren in Eigenverwaltung nutzt das Unternehmen die seit 2012 geltenden Möglichkeiten einer Sanierung ohne Insolvenzverwalter, unter dem Schutz des Gesetzgebers. Der Stuttgarter Fachanwalt Michael Pluta bleibt Sachwalter für Maas Baustoffe: „Der vorläufige Gläubigerausschuss hat in der vergangenen Woche grünes Licht für einen Investorenprozess gegeben.“  Gespräche seien schon am laufen.

Für die drei weiteren Maas-Gesellschaften, die auf die Herstellung von Dach- und Fassadensystemen spezialisiert sind sowie die operativ nicht tätige Holding, wurde  Pluta vom Amtsgericht Heilbronn als Insolvenzverwalter im Regelinsolvenzverfahren bestellt. „Unser Team wird die Restrukturierung umsetzen. Maas Profile und Bemo Systems Engineering haben Zukunftschancen“, verkündet Pluta. Zum Sanierungsteam gehören außerdem Betriebswirt Reinhard Wünsch und Diplomkauffrau Martina Hengartner sowie Sanierungsmanager Helmuth Rauscher. Das erklärte Ziel sei es Lösungen für die  Fortführung der Unternehmen zu finden und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Während der aktuellen Prüfungsphase seien noch keine konkreten Entscheidungen gefallen. Sicher sei aber, dass der Fokus bei Profile und Bemo auf die Umsetzung lukrativer Aufträge gelegt werden soll. Außerdem stünden die Straffung des Produktportfolios und die Optimierung des Produktkonzepts an.

Das heißt im Klartext: die Kürzung in der Angebotspalette, der Produktion und schlussendlich auch in der Mitarbeiterzahl. Wie viele Arbeitsplätze im Zuge der Anpassung über kurz oder lang abgebaut werden, ist noch nicht klar. Derzeit sind 251 Mitarbeiter bei den beiden Gesellschaften beschäftigt. Insgesamt arbeiten 370 Mitarbeiter bei der Gruppe, davon 119 im Baustoffhandel. Und auch hier laufen die Gespräche.

Finanznöte Trotz Referenzen wie „The Squaire“ am Frankfurter Flughafen und Vorzeigeprojekten in allen Klimazonen der Welt, wie Velodrom, Wie-Wu-Ying Center, Dubai Flower Center und etlichen weiteren aufsehenerregenden Konstruktionen, waren die Dachprofilproduktion und der Dachkonstrukteur in finanzielle Nöte geraten.

Tradition Im Jahr 1948 gründet Walter Maas das Unternehmen. 1992 übernimmt Reinhard Maas die Firma und gründet mit der Maas GmbH den ersten eigenen Produktionsbetrieb für Trapezprofile in Ilshofen-Eckartshausen. Im Jahr 2000 wird der Stehfalzhersteller Bemo aus Reutlingen übernommen. Ab 2003 werden die internationalen Aktivitäten mit Partnerfirmen ausgebaut.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Landrat zur Klinik-Finanzierung: Müssen uns weiter wehren

Kreistags-Mitglieder diskutieren über die Kliniken in Hall und Crailsheim. Gerhard Bauer kritisiert die Bundespolitik. weiter lesen