Verlierer ist die gesamte Formel 1

Trotz großer Bedenken ist die Formel 1 in Bahrain gefahren - ein großer Fehler. Völlig daneben waren vor allem die Rechtfertigungen der Bosse.

Autor: SID |
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Brennende Straßen, täglich Zwischenfälle und ein erschossener Demonstrant keine 20 km von der Rennstrecke entfernt: Schon lange bevor Sebastian Vettel als Renn-Sieger von Bahrain ermittelt wurde, stand der Verlierer fest - die gesamte Formel 1. Auch wenn es direkt an und um die Strecke keinen Zwischenfall gab, lässt sich festhalten: Der PS-Zirkus hat zunächst keinen Frieden oder Einigkeit in den Golfstaat gebracht. Und er hat sich selbst mit dem umstrittenen Gastspiel keinen Gefallen getan.

"Sowas überschattet natürlich das Wochenende", sagte Vettel: "Wir haben alle versucht, uns so gut es geht nicht beeinflussen zu lassen. Aber das war für uns alle nicht einfach." Auch die Teamchefs, die Präsident Jean Todt vom Automobil-Weltverband Fia gerne als Kronzeugen für die angeblich so große Freude über die Austragung des Rennens anführt, sehen das wohl so. "Nach diesem Wochenende sollten wir uns hinsetzen und die Thematik in Ruhe analysieren", sagte Mercedes-Teamchef Ross Brawn.

Eine mindestens interpretierbare Aussage. Und endlich eine realistische, die den Weg in die Öffentlichkeit findet. Diejenigen, die die Formel 1 zu dieser Propaganda-Veranstaltung für das umstrittene Königshaus verpflichtet haben, gaben an diesem Wochenende nur Hanebüchenes von sich.

Todt wertete - selbst im Wissen, dass wenige Stunden zuvor ein 36-Jähriger bei Unruhen getötet worden war - die fast täglichen Demonstrationen als alltäglich und verglich die politisch motivierten Unruhen, die das Land seit 14 Monaten erschüttern, mit Ausschreitungen im Fußballstadion.

Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone wünschte sich gar ein Erdbeben, damit die Journalisten keine angeblich erfundenen Geschichten über die Lage in Bahrain mehr verfassen. Findet man dazu noch Worte?

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