Konkurrenz sieht schwarz
Singapur. Der Titel ist zum Greifen nah. Sebastian Vettel hat in Singapur erstmals in dieser Saison die Möglichkeit erneut Weltmeister zu werden. Die Konkurrenz hat vor der Überlegenheit des Deutschen kapituliert.
Die Verfolger können höchstens zu lästigen Partyschrecks werden, Sebastian Vettel winkt schon in der langen Nacht von Singapur die zweite WM-Sause binnen elf Monaten. 315 Tage nach dem Herzschlagfinale von Abu Dhabi kann der Titelverteidiger erneut Formel-1-Geschichte schreiben. "Wir sind in einer sehr starken Position. Die haben wir uns auch verdient, weil wir hart gearbeitet und wenige Fehler gemacht haben", sagte der Weltmeister und klare WM-Spitzenreiter vor dem möglicherweise entscheidenden Showdown am Sonntag (14 Uhr/RTL, SF2 und ORF1) vor atemberaubender Nachtkulisse.
"In vielerlei Hinsicht ist es eine größere Herausforderung, den Titel zu verteidigen", betonte Red-Bull-Teamchef Christian Horner - auch in der Konstrukteurswertung ist das Privatteam zum Branchenführer vor Ferrari, McLaren, Mercedes & Co. aufgestiegen. "Es ist eine Sache, den Titel zu holen, es ist eine andere, dort oben zu bleiben", meinte Horner. Und sein Lob für Vettel muss den Rivalen wie eine Ladung Diesel in die Tanks der High-Tech-Boliden vorkommen: "Er wird immer noch stärker und stärker."
Der Blick auf die Tabelle gibt Horner recht. Hatte Vettel in der vergangenen Saison eine Punktlandung par excellence im Finale hingelegt und zum ersten Mal in seiner Karriere die WM-Führung überhaupt übernommen, ist sie ihm in dieser Saison praktisch nicht mehr zu nehmen. Das mussten sich auch die Verfolger eingestehen. "Es gibt keine Chance mehr", meinte der WM-Dritte und Weltmeister von 2009, Jenson Button von McLaren. "Obwohl er noch nicht wieder als Weltmeister feststeht, kämpfen wir doch alle nur noch um den zweiten Platz", konstatierte Vettels Teamkollege Mark Webber, punktgleich mit Button auf Rang vier. Nicht mal der auf Rang zwei vorgerückte Fernando Alonso glaubt an eine Wende im WM-Kampf.
Allerdings hält das den Spanier nicht davon ab, sich als Partyschreck für Vettel zu versuchen. "Wenn wir in Singapur ankommen, ist unser Ziel der Sieg", betonte der Ferrari-Star. Zwei der drei bisherigen Auflagen des Nachtrennens gewann Alonso, einmal wurde er Zweiter. Gelänge dem zweimaligen Weltmeister erneut der Sprung aufs Podium, müsste Vettel seine Titelsause verschieben. Doch scheint es nur noch eine Frage der Zeit: Fünf Rennen bleiben dem Deutschen auch danach noch, seinen Triumph auch rechnerisch abzusichern.
125 Punkte Vorsprung vor dem Zweiten benötigt Vettel, damit er schon am Sonntag feiern kann. Momentan liegt er 112 Zähler vor Alonso, 117 vor Button und Webber sowie 126 vor Lewis Hamilton. Bisher gelang es nur zwei Piloten, den Titel mehr als vier Rennen vor Schluss zu holen: Nigel Mansell 1992 im Williams nach 11 von 16 Rennen und Rekordweltmeister Michael Schumacher in seinem Fabeljahr 2002. Damals triumphierte der Kerpener nach 11 von 17 Läufen im Ferrari - Rekord.
Der Altmeister warnte Vettel allerdings schon jetzt vor der nächsten Titelverteidigung. "Es wird 2012 in jedem Fall spannender, weil der Rückstand auf Red Bull geringer wird", sagte Schumacher. dpa
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Autor: SWP | 22.09.2011
Auf den beleuchteten Straßen beim Nachtrennen in Singapur kann Sebastian Vettel zum zweiten Mal Formel-1-Weltmeister werden. Foto: afp
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