"Ein fantastisches Resultat"

Sebastian Vettel steht ganz dicht vor dem Ziel. Nach dem Sieg in Singapur fehlt ihm nur noch ein einziger Punkt zum zweiten Formel-1-Titel. Bis auf Jenson Button sind alle WM-Rivalen geschlagen.

Herr Vettel, die nächste Pole Position, der nächste Sieg, aber noch keine Meisterfeier. Sind Sie enttäuscht?

SEBASTIAN VETTEL: Nein. Ich bin sehr, sehr zufrieden mit diesem Sieg. Wir wollten hier gewinnen. Das ist ein fantastisches Resultat. Ich liebe diese Strecke, sie ist eine große Herausforderung. Der Sieg bedeutet mir sehr viel. Es ist mit das anstrengendste Rennen. Man hat keinen Platz für Fehler - das macht das Rennen beinhart. Mit der Meisterschaft hat es heute noch nicht ganz geklappt. Aber unsere Karten sind so gut, dass wir im nächsten Rennen eine neue Chance haben.

Bei der Siegerehrung haben Sie sogar ein paar Tränen verdrückt. . .

VETTEL: Da hatte ich ein bisschen was im Auge. Im vorigen Jahr hatte ich einen tollen Kampf mit Fernando Alonso, bin ihm wie ein Schatten gefolgt, aber Zweiter geworden, obwohl ich vielleicht hätte schneller fahren können. Es ist toll, dass ich es in diesem Jahr geschafft habe.

Wie hat sich für Sie das Rennen entwickelt?

VETTEL: Beim Start ist Jenson (Button, Anmerkung der Redaktion) ein bisschen besser weggekommen, aber ich bin vorne geblieben. Ich habe dann so hart gepusht, wie es ging, um vorne wegzukommen. Es hat mich ein bisschen überrascht, dass das so schnell ging. Dadurch hatten wir eine sehr komfortable Situation und konnten alles kontrollieren. Der Speed war phänomenal. Das Safety-Car (wegen des Schumacher-Unfalls/siehe Extra-Artikel) hat uns dann aber nicht in die Karten gespielt.

Ihr Vorsprung war dadurch erst einmal weg. Und am Ende ist es auch noch einmal eng geworden, warum eigentlich?

VETTEL: Es war erst einmal gut, dass beim Re-Start ein paar Überrundete zwischen mir und Jenson waren. Am Ende hatte ich dann viel Verkehr, in der letzten Runde bin ich gleich an fünf Autos vorbeigefahren. Am Ende war der Vorsprung vielleicht nicht ganz so groß, aber wir hatten alles unter Kontrolle.

Als Sie über die Ziellinie fuhren, waren Sie da über die Positionen ihrer Konkurrenten informiert, ob es doch schon für den Titel vielleicht gereicht hat?

VETTEL: Ich wusste nicht, wo die anderen waren. Das war ein bisschen wie in Abu Dhabi (das Finale im vergangenen Jahr - mit dem hauchdünn eingefahrenen WM-Titel für Vettel). Aber der Titel hat heute auch keine Rolle gespielt, es ging darum zu gewinnen.

In den nächsten fünf Rennen müssen sie nun noch einen Punkt holen, also einmal Zehnter werden, um ihren zweiten Titel perfekt zu machen. . .

VETTEL: Einen Punkt sollte ich holen können, aber man muss diesen auch erst einmal machen.

Würden sie Ihre Saison als eine magische bezeichnen?

VETTEL: Für manche mag es vielleicht so sein. Für uns ist es ein unglaubliches Jahr, wir haben keine Probleme mit der Zuverlässigkeit. Nichts ist in diesem Jahr schiefgegangen. Man braucht viele kleine Dinge, die zusammenkommen müssen, um so einen Lauf zu haben. Wir alle genießen das und hoffen, dass wir das Momentum in die nächsten Rennen und auch die nächste Saison mitnehmen können. sid/dpa/eb


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Autor: SWP | 26.09.2011

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