Drahtseilkünstler Schumacher wieder obenauf

Monza.  Mit einer couragierten Vorstellung beim Italien-Grand-Prix bestätigte Michael Schumacher seinen Aufwärtstrend. Der Silberpfeil-Pilot wurde Fünfter.

Es gab einige Kritiker, die Michael Schumacher unterstellt hatten, er hätte im belgischen Spa nur deshalb an seinem Silberpfeil-Kollegen Nico Rosberg vorbei gekonnt, weil der Wiesbadener dazu angehalten worden sei - schließlich hatte Schumacher in den Ardennen sein 20-jähriges Dienstjubiläum gefeiert, das er mit dem fünften Platz abschloss. Gestern in Monza zeigte der 42-Jährige eine Leistung wie zu Glanzzeiten. Über die Hälfte der Renn-Distanz hielt Schumacher auf Platz vier liegend den Mc-Laren-Kontrahenten Lewis Hamilton mit atemberaubenden Manövern hinter sich - manchmal lagen nur wenige Zentimeter zwischen den beiden. Erst in der 28. Runde presste sich der Engländer vor der Ascari-Schikane am Silberpfeil vorbei. "Ich habe mich breit gemacht wie ein Lkw", meinte Schumi zum Rad-an-Rad-Duell mit Hamilton, "ihn so lange hinter mir zu halten, das war mehr als man erwarten kann."

Am Ende wurde Schumacher ungefährdeter Fünfter, dass es nicht zu mehr reichte, lag sicher nicht an ihm. "Das war das Maximum", meinte der Wahl-Schweizer. Unmissverständlich machte er deutlich, dass die Untertürkheimer auf einem richtigen Weg seien: "Ich glaube fest daran, dass Mercedes im nächsten Jahr einen großen Schritt nach vorne machen wird." Dann sollen seiner Meinung nach auch wieder Podiumsplätze möglich sein.

Auffallend ist jedenfalls, wie Mercedes den Abstand zu den Spitzenleuten verkürzen konnte. Hatte Schumacher in Belgien als Fünfter noch eine Sekunde pro Rennrunde Verspätung auf Sieger Vettel, so schrumpfte der Abstand gestern auf Wiederholungstäter Vettel auf rund 0,6 Sekunden pro Runde.

Mercedes-Teamchef Ross Brawn war hochzufrieden mit dem Altmeister: "In den letzten Rennen haben wir den alten Michael Schumacher gesehen. Natürlich ist es mit harten Bandagen zugegangen, aber das wollen wir doch sehen." Mercedes-Sportchef Norbert Haug schlug in dieselbe Kerbe: "Wir werden noch viel Spaß mit Michael haben. Das war nach Spa noch einmal ein Hinweis darauf, was der Mann kann."

Schumacher selbst strahlte Zufriedenheit aus: "Die Präzision hinzubekommen, fehlerfreie Runden in Monza zu schaffen, das ist ein Drahtseilakt." Den hat der siebenfache Weltmeister eindrucksvoll bewältigt. tom


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Autor: SWP | 12.09.2011

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