"Die deutsche Siegmaschine"
Monza. Größtes Lob für Sebastian Vettel nach seinem beeindruckenden Sieg beim Großen Preis von Italien gab es in der internationalen Presse. Aber mindestens ebenso wurde Michael Schumacher Anerkennung zuteil.
Wer den Italien-Grand-Prix im Autodromo Nazionale in Monza verfolgt hat, der war doppelt beeindruckt: Zum einen wie Sebastian Vettel im 13. von 19 Saisonrennen vehement seinen Vorsprung in der WM schier uneinholbar ausbaute, zum anderen aber, wie Altmeister Michael Schumacher sich wehrte gegen den Engländer Lewis Hamilton im McLaren.
"Endlich hat man den Schumacher der alten Zeiten gesehen", meinte "Tuttosport" und der "Corriere dello Sport" ging einen Schritt weiter, vielleicht sogar einen zu weit: "Schumacher hat keinen Pakt mit dem Teufel abgeschlossen, um sich in Monza zu behaupten, denn er ist der Teufel selbst. Die Geschichte des Kaisers, der zurücktritt, zurückkehrt und wieder der Beste sein will, scheint ernst zu werden." Silberpfeil-Pilot Schumacher hatte sich waghalsige Abwehr-Manöver gegen den Briten geleistet, die manchmal am Rande des Legalen waren. Mehrfach hatte Teamchef Ross Brawn den 42-Jährigen angefunkt, er solle dem Kontrahenten etwas mehr Platz lassen. "Ich nenne das jetzt mal Racing", schätzte Schumacher das rundenlange Duell ein. McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh dagegen ließ wissen, dass die Verteidigungskünste des Wahl-Schweizers "ziemlich hart" gewesen seien und ein Manöver sogar das Prädikat "höllisch furchteinflößend" verdient gehabt hätte.
Schumacher musste erst in der 28. Runde im unterlegenen Mercedes Hamilton passieren lassen, hatte aber Extra-Klasse demonstriert. "Im Moment brauchen wir noch nicht über Siege zu sprechen", wiederholte der siebenfache Weltmeister seine Einschätzung in Monza, er ergänzte aber vielsagend wie gut gelaunt: "Vielleicht verschieben wir das auf nächstes Jahr."
Dann hofft er auch darauf, dass es zwischen ihm und Sebastian Vettel deutlich enger zugeht als in dieser Saison. Der Titelverteidiger wurde ob seiner Dominanz international geadelt. Selbst die Briten machten artig einen Knicks vor dem Heppenheimer. "Der Neuling ist nun ein Champion mit einem Hauch von Unbesiegbarkeit", so "The Express". Und "The Sun" meinte: "Die deutsche Siegmaschine könnte die Rekordbücher schon in Singapur umschreiben."
Dort wird in knapp zwei Wochen der nächste Grand Prix gefahren. Im günstigsten Fall könnte Vettel dort schon ein dritter Rang zur Titelverteidigung reichen. Der 24-jährige Blondschopf will davon nichts wissen und erklärt mit der Monotonie eines Seriensiegers: "Daran denke ich nicht. Wir gehen Schritt für Schritt, alles andere ergibt sich."
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Autor: THOMAS GRUBER | 13.09.2011
Nur die Ruhe: Seriensieger Sebastian Vettel hält nichts von voreiligen Glückwünschen zum Titel. Foto: dpa
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