Wo die saure Nierla soichalat. . .
Eislingen. An die 600 Besucher wollten wissen, wie der Schwabe tickt, oder sich einfach amüsant beschrieben wiederfinden. Beim Auftritt der Neuen Museumsgesellschaft in Eislingen kamen sie so oder so auf ihre Kosten.
Vor ausverkaufter Halle breiteten Sabine Essinger und Volker Körner, musikalisch unterstützt von Karin Hagmann, ihre Charakterstudie über den Schwaben als solchen aus. Zum 30-jährigen Bestehen hatten sie für "Semmer so? So semmer!" das Beste aus 13 Programmen zum Jubiläumsprogramm verdichtet. Sogar die E-Gitarre trägt an diesem Abend ein gestricktes Überzügle wie sonst nur die Klorolle auf der Hutablage des "Daimler".
"Kennst Du das Land, wo koiner lacht und man aus Woiza Spätzla macht?!", fragen sie zu Beginn. In der Folge taucht der gemeine Schwabe ebenso auf wie so mancher sich durch die Weltgeschichte schwäbelnde Prominente - der von dort kommt, wo die Erde noch eine Scheibe in Form eines Spätzlesbretts ist. Genau dort verläuft die Grenze zwischen Gut und Böse: zwischen denen, die Spätzla mit dem Brettle schaben, und den Kultursündern, die Spätzla mit der Maschine machen.
Sie funktioniert einwandfrei, die soziale Kontrolle des schwäbischen Kittelschürzengeschwaders im Hausflur, dessen Horizont am Ende des Spätzlesbretts endet. Und die schwäbischen Schwertgoschen kennen sich in der Gerüchteküche mindestens ebenso gut aus wie in der Spätzlesküche. Die wissen alles über die "Lombamenscha" aus der oberen Wohnung. Hören angestrengt, dass man dort Geräusche vernimmt, die man in einem anständigen Haus nicht hören sollte, aber so gut wie nie Staubsaugergeräusche. Ein echter schwäbischer Hausfriedensbruch.
Zwischendurch gibts passend dazu so etwas wie eine schwäbische Version von Udo Jürgens "ehrenwertem Haus" und den Beweis, dass über das schwäbische Breimaul bei gutem Willen nicht nur "Brezel", sondern auch "Yüksel" kommen kann.
Das Programm pflegt Klischees und bereitet Eigenheiten amüsant auf. Und dazu sind manchmal - schwabentypisch - gar nicht viele Worte nötig. Da genügt schon das wunderbar in Szene gesetzte Auftreten zweier wohlgenährter älterer Schwaben in der Wirtschaft, um das Publikum herzhaft zum Lachen zu bringen. Zum Gipfel getrieben wird dies durch Dialoge über saure Nierla, die soichalat, und die resolute Ehefrau, die für ihren Ehemann und sich die Speisekarte rauf und runter bestellt: "Oder boides. . .".
Wo der Schwabe isst und trinkt, kann der Badener, der "Dreiviertelesfranzos", nicht weit sein. So auch im Programm der Neuen Museumsgesellschaft. Getreu dem Motto "Was Du heute kannst entkorken, das verschiebe nicht auf morgen" lassen sich Schwabe und Badenerin Württemberger und Badischen Wein schmecken, um sich dabei ordentlich schandlich zu tun. Und zum Ende gibts in der Vernunftehe doch noch Harmonie und für die Besucher eine Lebensweisheit: "Wer nicht liebt Wein, Weib und Zwetschgengsälz, dem ghört mit dem Straps an dGosch nogschnalzt."
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Autor: AXEL RAISCH | 08.05.2010
Mehr als 50 Musiker aus ganz Baden-Württemberg und den angrenzenden Bundesländern kommen am Donnerstag, 13. Mai, nach Scharenstetten zum 10. Alphornbläsertreffen. 14 Gruppen und zehn Solisten haben sich zum Treffen angemeldet, um die Besucher mit Alphornmusik zu erfreuen. Zur weiteren Unterhaltung spielt das Albtrio, bestehend aus Franz, Peter und Richard. Das Treffen beginnt um 10 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst am Musikerheim. Anschließend werden die verschiedenen Bläsergruppen aus ihrem reichhaltigen Repertoire vortragen. Um 16 Uhr beginnt der Abschlusschor aller Alphornbläser.
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