Gemeinsames Forum als ein Meilenstein

Eislingen.  Rund 150 Interessierte waren beim Gemeindeforum der Eislinger Christus- und Lutherkirchengemeinde. Anlass ist die Visitation der beiden Gemeinden durch Dekan Rolf Ulmer und Schuldekanin Annette Leube.

In den beiden evangelischen Kirchengemeinden in Eislingen steht jetzt die Visitation an, die im zehnjährigen Turnus durchgeführt wird. "In Eislingen wagen wir ein besonderes Experiment, weil wir zwei Gemeinden gleichzeitig visitieren", sagte Dekan Rolf Ulmer. Einander wahrnehmen ist ein großes Stichwort für die Gemeindebesuche und die Suche nach Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Schuldekanin Annette Leube hat ihre Wurzeln in der Luthergemeinde. "Wir werden genau zuhören und hinschauen", so Leube. Die Visitation dient dazu, Ergebnisse auszuwerten, zu diskutieren und mögliche Weiterentwicklungspotenziale aufzuzeigen. Besucht werden Gottesdienste, kirchliche Einrichtungen und Angebote, sowie der Religionsunterricht in den Schulen.

Schon die Präsentation der beiden Kirchengemeinden machte deutlich, dass sie viele Aktivitäten anbieten, aber dennoch im Angebot und Auftreten völlig verschieden sind. Gottesdienste für die gesamte Gemeinde, für Frauen oder Kinder, Gemeindenachmittage, Jugendgruppen, Diakonie und Seelsorge, Bastelkreise und Gymnastikgruppen, Spielnachmittage für Senioren, Begleitdienste oder Kinderkleidermarkt sind nur einige Beispiele aus dem breit gefächerten Programm der beiden Kirchengemeinden.

In Teilen arbeiten die zwei Gemeinden zusammen. Ein Beispiel ist das Eislinger Jugendwerk, das vielfältige Aktionen für Kinder und Jugendliche anbietet, darunter etwa die Kindersommerwoche, Rockn Turm, die Churchnight oder ein Traineeprogramm für künftige Jugendleiter. Auch Kirchenchor und Posaunenchor, die gleich eine Kostprobe gaben, sind in beiden Gemeinden aktiv.

Das Gemeindeforum war nicht nur Präsentationsplattform, sondern auch eine Möglichkeit, sich mit der Frage zu beschäftigen, wo wollen wir hin, was können die Kirchengemeinden für das kommunale Leben tun und wie kann künftig verstärkt zusammen gearbeitet werden. In neun Arbeitsgruppen rauchten die Köpfe, es wurde diskutiert und nach Neuem gesucht. Themen waren beispielsweise Kinder- und Familienarbeit, Migration und Integration, demografischer Wandel oder die Ökumene.

"Das gemeinsame Gemeindeforum war sicher schon ein Meilenstein auf dem Weg in die Zukunft", so Pfarrer Tobias Comtesse von der Christuskirche. Ein gemeinsames Ziel der beiden Kirchengemeinden ist die bessere Vernetzung und künftige Zusammenarbeit. Ein weiterer Beitrag der evangelischen Christen zum kommunalen Leben könnte auch ein Tafelladen sein. Die Arbeitsgruppen waren aktiv, viele Impulse für künftige Projekte sind herausgekommen. "Der demografische Wandel wird uns mehr und mehr beschäftigen", sagt Comtesse, deshalb muss ein weiteres Ziel die kontinuierliche Familien- und Kinderarbeit sein. Wie sich die Kirchengemeinden selbst wahrnehmen, ist eine Seite, die Außenwirkung die andere.

Der Erste Beigeordnete der Stadt, Herbert Fitterling, nannte ein offenes, konstruktives Verhältnis als wichtigen Punkt im Kontakt mit den Kirchengemeinden, Realschulleiter Gerd Fischer indes bescheinigte den Gemeinden gute Jugendarbeit, die auch positiv in der Schule wirkte. Ganz subjektiv bewertete Schriftstellerin Tina Strohecker das Wirken der Kirchen in der Stadt. Für die Kirchengemeinden stehen jetzt die Visitationen und der Gemeindebericht an.


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