Besonderes Kunstwerk für siebten Eislinger Kunst-Kreisel

Eislingen.  Eislingen ist landesweit bekannt als Kreiselstadt und dementsprechend stolz auf seine mit Kunst bestückten Kreisverkehre. Der nächste Kunstkreisel ist jetzt einstimmig beschlossene Sache.

Sechs Kreisverkehre wurden bisher mit Kunst versehen - nicht immer zur Freude der Bevölkerung. Die Diskussionen waren gerade bei der ersten Kreiselkunst (Freimanns Spirale) im Jahre 2000 besonders heftig. Nun steht dieser Tradition folgend auch für den demnächst zu bauenden Kreisverkehr Osttangente/Ulmer Straße ein Kreiselkunstwerk bevor. Das siebte. Und das soll aus Anlass des 1150-Jahr-Jubiläums der Stadt Eislingen ein ganz besonderes werden. So beschloss es der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung.

Und doch ist trotz aller Tradition dieses Mal einiges anders. Der Beschluss für die Kreiselkunst wurde erstmals einstimmig gefasst, nur Stadtrat Rolf Riegler (CDU) fehlte krankheitsbedingt. Zudem weicht das Verfahren vom bisher praktizierten Vorgehen ab. Während in den sechs vorangegangenen Fällen der Ausschreibung die anschließende Auswahl des Kunstwerks durch eine Kommission erfolgte, ermächtigte der Gemeinderat nun die Verwaltung, einen Künstler direkt zu beauftragen. Die endgültige Entscheidung bleibt aber auch weiter beim Gemeinderat.

Und womöglich könnte noch etwas anders sein dieses Mal: die Akzeptanz in der Bevölkerung. Das vermutet jedenfalls SPD-Fraktionschef Peter Ritz aus gutem Grund. Der Künstler arbeite konkret, schaffe aber dennoch keine banalen Kunstwerke. "Es wird den Leuten gefallen", ist sich Ritz sicher. Der Künstler sei ein bodenständiger Mensch geblieben, und das sehe man auch seinen Werken an.

Der Künstler, das ist Professor Fritz Schwegler aus Breech. Mehrmaliger Documenta-Teilnehmer und über ein Vierteljahrhundert Dozent an der renommierten Kunstakademie Düsseldorf. Als einen der "ganz Großen" bezeichnete ihn Kulturamtsleiter Alexander Warmbrunn, der den Kontakt hergestellt und dafür viel Lob vom Gemeinderat geerntet hatte.

Es werde eine Arbeit sein, die mit Eislingen zu tun habe, versprach Warmbrunn. Ein Symbol werde geschaffen, das das künstlerische Renommee mehren und Eislingen große mediale Aufmerksamkeit bescheren werde. Von einer "win-win-Situation" sprach daher auch der Erste Beigeordnete Herbert Fitterling, der Bürgermeister Günther Frank vertrat.

Nicht nur der Künstler, sondern auch der Hersteller des Kunstwerks wird aus dem Kreis kommen. Die Firma Strassacker wird das Kunstwerk gießen und das wohl zum Schnäppchenpreis wie CDU-Fraktionschef Erich Schwendemann verriet, der sich wünscht, dass das siebte Kunstwerk etwas ganz besonderes sein müsse: "Es muss über 2011 hinaus Bestand haben."Grünen-Fraktionschef Holger Haas verwies ebenfalls darauf, dass die Kreiselkunst im weiten Umkreis einmalig sei, dass es "richtig und wichtig" gewesen sei, dass der Gemeinderat trotz Kritik daran festgehalten habe. Auch der FWV-Fraktionsvorsitzende Eckehard Wöller (FWV) rief dazu auf, die Chance beim Schopfe zu packen.

Einstimmig wurde die Verwaltung beauftragt, die Verhandlungen mit Professor Fritz Schwegler hinsichtlich der Gestaltung eines Kunstwerks für den Kreisverkehr Osttangente/Ulmer Straße zu führen. Ebenfalls Gegenstand des Beschlusses war es, für den Haushalt 2011 entsprechende Mittel einzustellen, die sich in der Höhe an "vergleichbaren Projekten aus den Vorjahren" orientieren.


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