Deutsche Rivalen: Keine Geschenke für Schumi
Sachir. Sie trauen ihm den Kampf um den achten WM-Titel zu, schenken wollen die fünf deutschen Rennrivalen dem Rückkehrer Michael Schumacher in der Formel 1 aber gar nichts. Im Gegenteil: Allein der Sieg über den 41-jährigen Kerpener dürfte schon zum Erfolgserlebnis werden.
«Klar will ihn jeder schlagen. Aber das gilt auch für jeden anderen auf der Strecke, mit dem man kämpft. Wenn man aber einen Michael Schumacher besiegen kann, ist das sicherlich ein persönliches Highlight», sagte Adrian Sutil in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa vor dem WM-Auftakt. Neuling und Williams-Pilot Nico Hülkenberg meinte: «Ich glaube, es bremst keiner für Michael. Wenn man den Jahrhundert-Rennfahrer hinter sich hat, will man ihn nicht vorbeilassen.»
91 Rennsiege von Schumacher gegen lediglich eine Handvoll Grand-Prix-Triumphe seiner fünf deutschen Konkurrenten. Die Siege gehen alle auf das Konto von Vizeweltmeister Sebastian Vettel, 22 Jahre alt und im Red Bull einer der schärfsten Widersacher von Schumacher in dieser Saison. «Als siebenmaligen Weltmeister traut man ihm natürlich viel zu, aber man muss auch abwarten wie konkurrenzfähig sein Auto ist», sagte der Heppenheimer über den Mercedes-Neuzugang. Einen Rekordweltmeister, der aus der «Rente» zurückgekommen ist, will man doch erst recht nicht vorbeilassen, oder? Vettel diplomatisch: «Das hat eigentlich nichts mit dem Alter zu tun, auf der Strecke ist jeder ein Konkurrent, den man schlagen will.»
Und doch wird jeder Zweikampf auf dem Asphalt mit Schumacher mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt werden. «Ich denke, dass die Piloten in der Formel 1 sehr professionell sind und mit der Rückkehr von Michael Schumacher umzugehen wissen. Da ist von allen Seiten viel Respekt für seine bereits erbrachten Leistungen», sagte Timo Glock, der im neuen Virgin-Team keine Gefahr für den Rekordchampion darstellen dürfte - außer bei möglichen Überrundungen. «Er wird alles daran setzen, den achten Titel einzufahren», meinte der Wersauer, der ihm genau diesen Triumph «absolut» zutraut. «Er ist so erfahren und professionell wie kein anderer. Wenn der Mercedes läuft, wovon ich ausgehe, wird er vorne mitfahren», pflichtete Force-India-Fahrer Sutil aus dem bayrischen Gräfelfing bei.
Für einen der fünf Deutschen wird die Rückkehr des Rekordchampions zu einer ganz besonderen Herausforderung. Als Nico Rosberg bei den Silberpfeilen anheuerte, ging er noch nicht davon aus, dass er den erfolgreichsten Piloten als neuen Teampartner zur Seite gestellt bekommt. «Auf der Strecke wird einem nichts geschenkt - weder der Konkurrenz noch dem eigenen Teamkollegen, egal wie der heißt oder welche Erfolge er bisher eingefahren hat», sagte der 24 Jahre Wiesbadener. Er erwartet einen harten, aber fairen Wettbewerb. Vor allem die jungen und neuen Piloten würden Schumacher nichts schenken, meinte Glock. «Warum auch? Schließlich ist es das Ziel eines jeden Piloten, irgendwann die WM-Krone zu erzielen.» Nur, dass Schumacher sie sich dieses Jahr auch wieder schnappen will.
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Autor: Von Jens Marx, dpa | 11.03.2010
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Mercedes Grand Prix: Michael Schumacher, Nico Rosberg (Deutschland). dpa
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