Von Ehingen in die weite Welt

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Torben Baumann reiste als Golfprofi um die halbe Welt und ist seit diesem Jahr der neue Head-Pro beim Golfclub Ulm.  Foto: 

Bad Waldsee, Mannheim-Viernheim, Ehingen-Rißtissen, Südafrika, Asien, Neu-Ulm und schließlich Ulm: Was sich wie die wilde Tour eines Weltenbummlers liest, sind die Stationen des „Golf-verrückten“ Torben Baumann. Der 29-Jährige ist wieder fest im Schwabenland gelandet und seit diesem Jahr der neue Head-Pro beim Golfclub Ulm. „Ich wollte schon immer Pro werden“, sagt der in Bad Waldsee geborene Baumann.

Als junger Bursche schien zunächst eine Tennis-Karriere in der Kurstadt vorgezeichnet. Als sein Vater aber auch das Golf-Talent bei seinem Junior entdeckte und Torben Baumann den kleinen weißen Ball lieber mochte als die gelbe Filzkugel, war die Richtung, die er einschlagen würde, klar. „Gleich bei meinem ersten 18-Loch-Turnier ist mir im Alter von zehn Jahren ein Hole-in-one gelungen“, schwärmt er vom Eröffnungsturnier des Fürstlichen Golfclubs, bei dem er auf einer Par 3-Bahn den Ball mit dem ersten Schlag im Loch versenkte.

Auch nach dem Tod seines Vaters, als Torben 15 Jahre alt war, blieb er dem Golfsport treu. Schnell avancierte das Talent zum Kaderspieler in Württemberg, Baden-Württemberg und wurde Mitglied im Nationalkader. Als Ranglistensieger ergatterte er einen Platz im GC Mannheim-Viernheim, gewann dort und beim „Fürstlichen“ in Bad Waldsee mehrfach die Clubmeisterschaft, ehe er in Mannheim-Viernheim für die Teams in der 1. und 2. Bundesliga abschlug.

2009 absolvierte er beim GC Donau-Riss zunächst ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) und danach schloss er beim Rißtissener Head-Pro Florian Mödl eine dreijährige Ausbildung zum Golflehrer ab. Während dieser Zeit leitete er das komplette Jugendtraining, bei dem er bis zu acht Jugendgruppen betreute. Unter Baumanns Regie entwickelte sich beim GC Donau-Riss aus dem hoffnungsvollen Nachwuchs die erste Herrenmannschaft, in der beispielsweise Leute wie David Rimmele, Simon Schmid sowie Mario und Sandro Dietrich das Gerüst bildeten. Torben Baumann, der im November 2012 seine Prüfung als PGA-Pro ablegte, war bei seinen Golfschülern und den Eltern gleichermaßen beliebt. Als sein Vertrag in Rißtissen nicht verlängert wurde, entstand dort eine Lücke im Jugendbereich. Baumann entschied, auf der deutschen EPD-Tour sein Glück zu versuchen, an der er während seiner Ausbildung schon teilgenommen hatte.

„Ich wollte im Dezember 2012 nur fünf, sechs Wochen in Südafrika bleiben, um mich auf die EPD-Tour vorzubereiten, aber dann ging es Schlag auf Schlag“, erzählt er. Baumann qualifizierte sich im Januar 2013 als erster Ausländer mit 26 Schlägen unter Par bei 273 Startern als Quali-Sieger für die Sunshine Tour in Afrika. Bei der Finalrunde spielte Baumann auch seine bislang beste Runde, als er den Par 72-Kurs mit 62 Schlägen beendete. Sein neues Domizil war plötzlich Johannesburg, die Wohnung in Ulm übernahm kurzerhand ein Freund. Unterstützt wurde der junge Golfer von Adam Lamont-Brown, Mitglied im Golfclubs Donau-Riss, sowie von zwei Familien. „Ohne dieses Sponsoring wäre es nicht gegangen“, sagt Baumann.

2015 zog es ihn für ein dreiviertel Jahr zur Asian Tour; dort machte er unter anderem in Malaysia, Thailand und Singapur Station. „Das war alles so nicht geplant“, erzählt er. Gleichwohl will er die gemachten Erfahrungen und die Kulturen, die er machte und kennenlernte, nicht missen. Er bereut keine Minute seines Profi-Daseins, er würde es wieder so machen.

Ende 2015 kehrte Torben Baumann aus Asien wieder in die alte Heimat zurück. Beim New Golf Club in Neu-Ulm arbeitete er als Manager und Trainer. Als jedoch Anfang dieses Jahres beim GC Ulm der Posten des Head-Pro frei wurde, zögerte der 29-Jährige nicht lange. In dem so genannten Leading Club löst Baumann Toni Peer ab, dessen Vertrag in Ulm nicht verlängert wurde, und der dann nach Konstanz wechselte.

In der Wochenau organisiert Baumann jetzt nicht nur den gesamten Trainingsbetrieb, die Ausbildung und Kurse; Baumann ist auch erster Ansprechpartner in Sachen Jugendtraining, Platzreife und Schläger-Fitting.  Er verfügt mit dem Trackman über die modernste Radartechnik samt High-Speed-Video. Ihm zur Seite stehen mit Graham Pottage und Sven Kattentidt zwei weitere Pros. Baumann, der auch das Training mit dem Ulmer Damen- und Herrenteam bestreitet, ist von Dienstag bis Sonntag auf der Driving Range oder auf dem Platz anzutreffen. 50 Stunden in der Woche seien keine Seltenheit, meint er. In Ulm will Baumann Golf nicht nur offener und professioneller machen, sondern vor allem auch für jüngere Leute attraktiver gestalten und mit Golf-Vorurteilen aufräumen.

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