Das Abenteuer Oberliga

Im 65. Jahr des Vereinsbestehens starten die Tennisspieler des TC Ehingen in der Oberliga. Ein Erfolg, der vor fünf Jahren noch unvorstellbar war.

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Für den TC Ehingen um Spieler und Trainer Jiri Heinisch beginnt am Wochenende die Oberligasaison gegen den TC Heilbronn. Für die heimischen Akteure ist das Saisonziel klar formuliert; Sie wollen den Klassenerhalt schaffen.  Foto: 

Für den TC Ehingen beginnt am Samstag das vermutlich größte Abenteuer seiner 65-jährigen Vereinsgeschichte: Zum ersten Mal schlagen die Tenniscracks in der Oberliga auf. Dass die Ehinger einmal in der fünfthöchsten Tennisliga Deutschlands spielen werden, hätte vor fünf Jahren noch niemand gedacht, denn damals spielten sie in der Bezirksklasse 1. Seitdem ist die Mannschaft um Trainer Jiri Heinisch vier Mal aufgestiegen und zum Aushängeschild des regionalen Tennis geworden. Mittlerweile spielt der TC sogar höher als der SSV Ulm 1846.

"Dass wir aufsteigen, war schon sehr überraschend", freut sich Sportwart Joachim Wiesenfarth. Nachdem bereits in der Saison 2014 der Aufstieg nur aufgrund des schlechteren Spielverhältnisses verpasst wurde, ist die 1. Herrenmannschaft des TC nun als bester Gruppenzweiter der Verbandsligen in die Oberliga aufgestiegen.

Durch den Aufstieg weckte der Verein auch Begehrlichkeiten von Spielern außerhalb der Region. Immer wieder kommen Spieler auf den Verein zu, bieten sich an und das auch "aus der Ferne." So auch die beiden Neuzugänge der Ehinger - Stefan Raschke und Ermis Tsiantaris, die aus dem bayerischen Raum kommen. Dennoch ist etwa Tsiantaris kein unbeschriebenes Blatt für den TC, da er zuletzt unter anderem für den SSV Ulm gespielt hat.

Aber nicht nur die höhere Liga macht den Verein für ambitionierte Spieler interessant, sondern auch Trainer Jiri Heinisch. "Jiri bringt die Qualität ins Training und zieht dadurch auch Spieler an", so Wiesenfarth. Der technisch und taktisch versierte B-Trainer und ehemalige Spitzenspieler (mehrfacher tschechischer Mannschaftsmeister) investierte viel in die Jugend- und Aktivenmannschaften und erwirkte so den Aufschwung, der den TC nun bis in die Oberliga führte.

Im ersten Jahr in der fünfthöchsten Liga gibt es für die Spieler um Mannschaftsführer Stefan Hofherr nur ein Ziel: Klassenerhalt. "Der Nichtabstieg wird schwer, aber möglich", sagt Wiesenfarth, der auch betont, dass das erste Jahr das schwerste sei. "Als Neuling muss man sich erst einmal in der Liga etablieren." Damit das klappt, verstärkte sich der Verein unter anderem mit Raschke und Tsiantaris. Beide Spieler konnten zwar noch keine Oberligaerfahrung sammeln, sollen aber dennoch für die nötigen Siege sorgen. "Uns war es wichtiger, dass wir Konstanz in die Mannschaft bringen und die Spieler auch gut in die bisherige Gruppe passen."

Wer letztlich in der ersten Mannschaft auflaufen wird, ist ungewiss. Neben Petar Trendafilov, Maximilian Boewer-Stelter, Jiri Heinisch, Stefan Raschke und Ermis Tsiantaris stehen dem Verein mit Christian Piesker, Lukas Ottenbreit, Philipp Kober und Johannes Knoll vier Spieler mit derselben Leistungsklasse (LK7) zur Verfügung. Aber auch Stefan Hofherr und Axel Rebstein mit der LK8 gehören zu den Spitzenspielern.

Alleine die Leistungsdichte zeigt, dass trotz der starken Konkurrenz aus Göppingen, Heilbronn, Lauffen, Rottweil, Tübingen und Vaihingen die ein oder andere Überraschung möglich ist. "Es ist aber schwer zu sagen, wen wir schlagen können", sagt Wiesenfarth. Es sei etwa beinahe unmöglich zu sagen, mit welchen Spielern eine Mannschaft antritt. "Es kann sein, dass manche Teams Spieler gegen uns schonen wollen, da wir der Außenseiter sind."

Doch dem TC ist nicht nur der Verbleib in der Oberliga wichtig, sondern auch, dass sich die anderen Mannschaften des Vereins gut entwickeln. Die zweite Herrenmannschaft, Vizemeister der vergangenen Bezirksoberligasaison, strebt auch in diesem Jahr wieder einen Platz im oberen Tabellendrittel an. Zudem sollen in der dritten Mannschaft die Junioren Spielpraxis sammeln. Die Damen belegten in der vergangenen Saison einen dritten Tabellenplatz in der Verbandsliga und peilen wieder eine ähnliche Platzierung an.

Allgemein hat sich in den vergangenen Jahren im Ehinger Tennis einiges getan. "Wir haben schon so etwas wie einen kleinen Boom", sagt Wiesenfarth. Mittlereile gibt es beim TC 21 Mannschaften.

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