Körperkunst in Perfektion: Turngala in der Ratiopharm-Arena
Staunen, Schwelgen und Schmunzeln war gestern bei der Turngala angesagt. 3800 Zuschauer bedeuteten bei Ulmer Vorstellung Rekordkulisse.
"Es gibt nur noch ein paar Stehplätze", sagt die Kassiererin an der Abendkasse bereits eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn. Die mutige Entscheidung, die 25. Turngala des Schwäbischen und Badischen Turnerbunds von der Kuhberghalle in die Ratiopharm Arena zu verlegen, ist aufgegangen: 3800 Zuschauer reihten sich um die Akrobaten, Turner und Gaukler, die in der Mitte der Halle neben kreativen Darbietungen vor allem mit Körperkunst in Perfektion glänzten.
Dabei war das Ulmer Publikum sehr kritisch und kam erst nach den Darbietungen der Kinder- und Jugendgruppen aus Söflingen, Ulm und Regglisweiler so richtig in Fahrt. Da musste Moderator Michael Branik zwischendurch noch etwas anheizen. Doch schon bei der ersten professionellen Darbietung, einer Schwebebalken-Choreografie von Ulmer Bundesligaturnerinnen, war der Bann gebrochen. Zwischendurch heiterte Multitalent Christoph Engels mit einer Mischung aus Akrobatik und Klamauk immer wieder die Atmosphäre auf.
Erstmals kein Halten mehr gab es gestern Abend dann bei der deutschen Nationalmannschaft in der Rhythmischen Sportgymnastik. Bei der laufenden Turngala-Tour stellt sie erstmals ihr Olympiaprogramm für London vor. Häufig verschwammen die Grenzen zwischen Sport, Akrobatik und Zirkusartistik: Balancekünstler Maxim Kriger demonstrierte mit immer höher aufgetürmten Rollen, warum er auch beim Russischen Nationalzirkus gefragt ist. Sergey Timofeev ließ mit seiner Kombination aus Handstandkunst und Körperverbiegen mehrmals ein Raunen durch die Halle gehen.
Das i-Tüpfelchen war jedoch die Tatsache, dass alle Künstler - vom Turnkind des TSV Regglisweiler bis zu den chinesischen Weltklasse-Artisten - das Turngala-Motto "Leidenschaft pur" beim Wort nahmen und immense Kreativität in ihre Vorstellung steckten.
So war es keine Untertreibung, als Moderator Michael Branik nach dem atemberaubenden Flick-Flack- und Salto-Feuerwerk der polnischen Nationalmannschaft gemeinsam mit hiesigen Athleten nur noch Staunen konnte: "Ich habe diese Jungs schon einige Male springen sehen, aber heute waren sie vom Teufel besessen." Der Funke war sogar auf die Stehplätze übergesprungen.
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Autor: MANUELA HARANT | 04.01.2012
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Staunen, Schwelgen und Schmunzeln war am Dienstagabend bei der Turngala in der Ratiopharm-Arena angesagt. 3800 Zuschauer bedeuteten bei Ulmer Vorstellung Rekordkulisse. Foto: Matthias Kessler
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