Vorfreude und Anspannung

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Für den SSV Ehingen-Süd kommt es heute zum bislang wichtigsten Spiel in der Vereinsgeschichte. Im Achtelfinale des WFV-Pokals treffen sie auf die Stuttgarter Kickers. Foto: Jürgen Emmenlauer  Foto: 

Für Dieter Märkle, Trainer der Stuttgarter Kickers, steht eines fest: „Der Pokal ist immer etwas Besonderes, jede Mannschaft will das Finale erreichen.“ Das gelte auch für die Stuttgarter Kickers, wie der momentane Trainer des Regionalligisten im Gespräch mit der SÜDWEST PRESSE in Ehingen betont. Wie berichtet, ist Märkle seit Montag bis auf weiteres Trainer der Kickers, nachdem sich die Stuttgarter von Alfred Kaminski getrennt haben. „Es geht jetzt nicht um mich, sondern um den Verein und die Mannschaft“, unterstrich Märkle. Der 54-Jährige, der in Ulm-Wiblingen zuhause ist, hat seit seiner Amtsübernahme bei der Ersten in Degerloch „eine intensive Trainingswoche mit grundlegenden Dingen“ mit seinen Spielern absolviert. „Wir müssen als Mannschaft besser funktionieren, kompakter stehen und mehr Ballsicherheit bekommen“, sagte er.

Am heutigen Samstag wird Märkle nicht den direkten Weg von Wiblingen nach Kirchbierlingen einschlagen, sondern „mit der Mannschaft aus Stuttgart anreisen“. In der Pfarrei erwartet Märkle in seinem ersten Pflichtspiel als Trainer des Regionalligateams, dass seine Mannen mit Ernsthaftigkeit, Seriosität und Kontrolle ans Werk gehen, mit dem Ziel zu gewinnen. Es werde zwar nicht einfach und die Kickers müssten sich strecken. Vieles sei jedoch Einstellungssache, wie man erst jetzt wieder im DFB-Pokal gesehen habe. Die Gäste aus der Landeshauptstadt können, bis auf Nico Blank und Shqipon Bektashi, in Bestbesetzung antreten. Märkle sagt klipp und klar: „Wir sind der klare Favorit und wir nehmen diese Rolle auch an.“

Beim Gastgeber SSV Ehingen-Süd überwiegt die Vorfreude, wie Trainer Michael Bochtler sagt. Gleichwohl sei die große Anspannung im Kader zu spüren. Der Pokal-Schlager im Achtelfinale ist nichts Alltägliches für den SSV. Bochtler bringt es so auf den Punkt: „Hopp oder topp, nur das Weiterkommen zählt.“ Angesichts der Differenz von drei Klassen seien die Chancen seiner Mannschaft zwar nicht so groß. Er hoffe jedoch, dass Süd die Kickers ärgern könne.

Bochtler hofft zudem, wie so mancher Anhänger der Kirchbierlinger auch, dass seine Schützlinge dem Favoriten ein Bein stellen können. An Selbstvertrauen fehle es nicht. Darüber hinaus glaubt er, dass die Kickers derzeit „nicht  in einem optimalen Zustand sind“. Dies wolle man ausnutzen. „Ich bin gespannt, wie sich die Stuttgarter unter dem neuen Mann präsentieren“, sagte Bochtler.

Personell gehen die Kirchbierlinger, im Vergleich zum letzten Landesliga-Duell, unverändert ins Rennen um den Einzug ins Viertelfinale. Bochtlers Wunsch: „Außer dass wir weiterkommen, wünsche ich mir, dass meine Mannschaft das Spiel nicht nur als Erlebnis mitnimmt, sondern daraus etwas lernt und daran wächst.” Darüber hinaus erhofft sich der SSV-Trainer eine gute Kulisse, viele Fans und dass der SSV neue Anhänger für die Landesligaspiele gewinnen kann. Gerechnet werden mit um die 1000 Zuschauer auf dem Sportplatz in der Pfarrei.

Zu seinem Kader gehören auch wieder Philipp Schleker, der nach der Aufnahme des Lauftrainings noch abwarten muss, sowie Timo Wilhelm und Martin Pfänder, für die ein Einsatz heute aber noch zu früh kommen dürfte. „Ich bin mir noch nicht schlüssig, ob ich eher defensiv oder eher offensiv ausgerichtet rangehen soll“, sagte Bochtler zur Frage seiner Startelf. Fest steht, dass sein Team am vergangenen Spieltag beim 4:0-Sieg gegen Weiler nach einem Stotter-Start eine astreine Partie abgeliefert und damit die Tabellenführung in der Landesliga übernommen hat. Darauf können die Kirchbierlinger aufbauen. „Wir wollen mutig auftreten und einen ernst zu nehmenden Gegner für Kickers darstellen“, sagt Bochtler.

Während Süd also mit einem weiteren Erfolgserlebnis im Rücken keineswegs bescheiden daher kommen kann, lief es bei den Kickers sportlich zuletzt nicht so gut. In der Regionalliga unterlagen die Stuttgarter am vergangenen Spieltag nach einer 1:0-Führung beim Schlusslicht Nöttingen noch mit 1:2. Hinzu kamen die Wechsel an der Führungsspitze. Unterschiedlicher könnten die Voraussetzungen kaum sein.

Jahre ist es her, dass die Stuttgarter Kickers in der Ehinger Region Station machten. Im Juli 2006 absolvierten die Kickers unter Trainer Robin Dutt beim TSV Allmendingen ihr Trainingslager. Es kam durch den Kontakt des Allmendingers Heiko Gumper zustande, der einst bei den Kickers unter Vertrag stand.

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