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Auf ein "Abnutzungsspiel" stellen sich die Oberliga-Fußballer des SSV Ulm 1846 heute bei Normannia Gmünd ein. Vor vier Jahren haben die Spatzen eine ähnliche Situation trotz Rückstand gemeistert.

GEROLD KNEHR |

Einen "Freischuss" hatten die Oberliga-Fußballer des SSV Ulm 1846. Den haben sie unter der Woche bei der 0:1-Niederlage gegen die Stuttgarter Kickers II in Anspruch genommen. Noch immer aber können die Spatzen aus eigener Kraft Oberliga-Meister werden und in die Regionalliga aufsteigen. Voraussetzung: Sie müssten alle ihre sieben ausstehenden Spiele gewinnen. Dann würde Spitzenreiter VfR Mannheim selbst mit sechs Siegen aus sechs Spielen in die Röhre schauen.

Natürlich ist solch ein Szenario unwahrscheinlich. Beide Meisterschafts-Asprianten werden wohl noch Federn lassen, so dass auch die Verfolger SpVgg Neckarelz und TSG Balingen noch Chancen haben. Paul Sauter, Präsident und Coach des SSV Ulm 1846 Fußball, würde die Tabelle am liebsten unter Verschluss halten und das tun, was fast alle Trainer in solchen Situationen predigen: von Spiel zu Spiel denken. Denn mehr als die körperliche Beanspruchung am Ende einer englischen Woche fürchtet er den psychischen Druck im Titelrennen: "Diese Belastung darf nicht unterschätzt werden."

Nicht nur deshalb ist die Aufgabe heute (15.30 Uhr) bei Normannia Gmünd alles andere als einfach: Der Tabellen-Zwölfte mit den ehemaligen Ulmer Jugendspielern Benjamin Huber (derzeit als Torhüter nicht erste Wahl), Nico Wagner und Steffen Moro sowie mit dem einstigen Spatzen-Profi Bernd Meier als Co-Trainer braucht im Kampf gegen den Abstieg noch Punkte, der Platz ist eng und holprig. "Es wird wohl ein Abnutzungsspiel", vermutet Sauter.

Vor ziemlich genau vier Jahren fuhren die Spatzen unter ähnlichen Voraussetzungen nach Schwäbisch Gmünd: Der SSV 46 war Zweiter, es ging um die Regionalliga-Qualifikation. Sauter ließ damals mit Dinko Radojevic und Enzo Marchese zwei Techniker zunächst draußen und setzte auf ein "Tannenbaumsystem" mit nur einer Sturmspitze. Eine ähnliche Marschroute erwägt er auch heute: Elyes Seddiki und David Braig sitzen zunächst wohl nur auf der Bank. Vor vier Jahren hat es trotz eines 0:1-Halbzeitrückstandes geklappt. Als die Gmünder müde und mürbe gespielt waren, kamen die Techniker, die Spatzen gewannen 3:1 - und qualifizierten sich kurz darauf für die Regionalliga.

Das Restprogramm

VfR Mannheim (26 Spiele/55 Punkte): SV Spielberg (H = Heimspiel), SSV Reutlingen (A = Auswärtsspiel), FSV Hollenbach (H), spielfrei, SV Bonlanden (H), Astoria Walldorf (A), FV Illertissen (H).

SSV Ulm 1846 (25 Spiele/54 Punkte): Norm. Gmünd (A), SpVgg Neckarelz (H), Offenburger FV (H), TSG Balingen (A), SV Spielberg (H), SSV Reutlingen (A), FSV Hollenbach (H).

SpVgg Neckarelz (26 Spiele/51 Punkte): Offenburger FV (H), SSV Ulm 1846 (A), TSG Balingn (H), SV Spielberg (A), SSV Reutlingen (H), FSV Hollenbach (A), spielfrei.

TSG Balingen (25 Spiele/49 Punkte): Bahlinger SC (A), Norm. Gmünd (H), SpVgg Neckarelz (A), SSV Ulm 1846 (H), Offenburger FV (H), SV Spielberg (A), SSV Reutlingen (H).

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Fußball, Oberliga, 34. Spieltag
Pl. Verein Diff. Pkt.
1 SV Spielberg 47 76
2 Bahlinger SC 55 75
3 SGV Freiberg 31 68
4 TSG Balingen 14 58
5 SSV Ulm 1846 18 56
6 Karlsruher SC II 16 54
6 FV Ravensburg 16 54
8 FSV Hollenbach 8 51
9 SSV Reutlingen -3 43
10 Kehler FV -4 42
11 SC Pfullendorf -23 42
12 Friedrichstal -4 39
13 Stuttgarter Kickers II -14 39
14 VfR Aalen II -22 38
15 FC Villingen -17 28
16 Freiburger FC -21 28
17 VfR Mannheim -33 26
18 SV Kickers Pforzheim -64 23
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