Kreisliga-Staffeltag in Betzenweiler: Sorge um Referees

Beim Staffeltag der Kreisligen wurde leidenschaftlich über einen drohenden Schiedsrichtermangel diskutiert. Der letzte Spieltag der neuen Runde an Pfingsten war ebenso Thema in Betzenweiler.

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Im Fokus: Besonders ältere Schiedsrichter leiten eine Vielzahl von Spielen - manche bis zu 60 Partien. Hören sie irgendwann auf, fehlt der Nachwuchs. Archivfoto: Herbert Geiger

Der Staffeltag der Kreisligen A und B hatte die Zweistundenmarke längst überschritten, als der Bezirksvorsitzende Jürgen Amendinger erneut ein Thema anschnitt, das ihm dieser Tage besonders unter den Nägeln zu brennen scheint: die Situation der Schiedsrichter im Amateurfußball. Wie schon auf dem Staffeltag der Bezirksligisten verlas er Zitate eines nahezu vom Spielfeld gemobbten Referees (wir berichteten), der künftig keine Aktiven-Spiele mehr leiten möchte und sich auf Jugendspiele fokussiert.

Hinzu kommt, dass in den Ligen Strafen wegen Beleidigungen und Beschimpfungen deutlich zugenommen haben - untereinander, gegeneinander und eben auch gegenüber den Spielleitern. Der Vorfall kommt zu einer Zeit, in der ohnehin ein Schiedsrichtermangel droht - wenn er denn nicht schon da ist. Im Bezirk Donau sei die Situation noch in Ordnung, sagte Amendinger. Doch die Gruppe Saulgau sei bereits stark von dem Problem betroffen.

Kritik an Schiedsrichtern wiesen der Bezirkschef sowie die Obmänner Berthold Schlegel und Anton Guth zurück. Viele Vereine könnten durch einen besseren Einsatz ihrer Schiedsrichterbeauftragten die Tätigkeit von Schiedsrichtern erleichtern. Es entwickelte sich eine hitzige Diskussion zwischen den Verbandsmitarbeitern und einzelnen Vereinsvertretern.

Amendinger schlug vor, Vereine und Verband sollten sich in "kleinerer Runde" zusammensetzen und analysieren. Allerdings drängt die Zeit. Denn wenn die älteren Schiedsrichter, die derzeit 40, 50, manchmal 60 Spiele pro Saison pfeifen, wegfallen, "haben wir eine große Delle". Weil der Nachwuchs meist nur 15 bis 20 Spiele pro Saison leitet. Ein Thema, das den Amateuerfußball beschäftigt - und künftig in deutlich stärkerem Maße noch beschäftigen wird. Eine schnelle Lösung des Problems scheint auch nach der Diskussion vom Dienstag indes nicht in Sicht.

Zuvor hatte der vor einem Jahr erstmals gewählte Staffelleiter Dietmar Traub über die Runde 2012/13 berichtet. Kirchen wurde Meister und ist ebenso wie Vizemeister Daugendorf aufgestiegen. Oberdischingen und Unlingen mussten hingegen absteigen.

In 210 Spielen schossen die Aktiven 850 Tore, die Reserven 894 Tore. Gleich in 53 Spielen von Reserven konnte kein Schiedsrichter eingeteilt werden.

Der Staffelleiter sagte, dass er in seinem ersten Tätigkeitsjahr gleich "in die Vollen" gehen musste. Witterungsbedingt wurden viele Begegnungen abgesagt, was die Verantwortlichen nur mit höchstem Einsatz und viel Feingefühl für die Belange der Vereine auf die Reihe bekamen. "Aber wir waren pünktlich am 8. Juni fertig", zog er zufrieden Bilanz. Er bat die Vereinsvertreter, einige Fehler in seinem "Lehrjahr" nicht "krumm" zu nehmen und setzt auf die "Aktion Hoffnung". Traub wurde einstimmig entlastet und wiedergewählt.

Sportgerichtsmitarbeiter Franz Heckenberger resümierte danach, dass die Zahl der Urteile fast gleich geblieben sei. Speziell in der Kreisliga A I hätten sich die Spieler besser betragen als im Vorjahr: 40 Urteile waren fünf weniger als zuvor.

Bezirkschef Amendinger sprach auch den Termin für den letzten Spieltag 2013/14 an. Der wie in den Vorjahren angepeilte erste Samstag im Juni kollidiert aber mit mehreren Pfingstturnieren. Lothar Hartmann von der SG Altheim und weitere Vertreter aus Unterstadion, Bad Saulgau und Ostrach verwiesen auf Planungen, die davon ausgingen, dass dort keine Ligapartien angesetzt werden.

Zum Schluss wurde noch der Ort des nächsten Staffeltages gewählt. Er findet bei der TSG Rottenacker statt. Es hatte sich niemand anderes beworben. Da war die Dreistundenmarke aber auch schon sehr nah.

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