Fifa-Playstation-Turnier: Real siegt im Clásico

Spannung von morgens bis nachts lieferte das zweite FIFA-Playstation-Turnier in der Ehinger Sport-Express-Arena. 54 Teilnehmer kämpften in 167 Spielen um den Titel. Nach 689 Toren stand der Sieger fest.

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Dunkler Raum und absolute Konzentration: Im Finale des Fifa-Turnieres in der Sport-Express-Arena spielte Real Madrid gegen den FC Barcelona alias Stefan Steinle (links) Haris Salijanin. Steinle und Real siegten 2:1.  Foto: 

55. Spielminute im Estadio Santiago Bernabéu. Der FC Barcelona gerät im El Clásico unter Druck, denn Real Madrid presst. Keine der beiden Mannschaften will im Finale den ersten Fehler machen, doch dann passiert es: Real Madrid führt seinen Eckball auf der rechten Seite kurz aus, der walisische Superstar Gareth Bale hat zu viel Freiraum. Er zirkelt den Ball in den Sechzehner. Der Abnehmer? Wer sonst als der 1,85 Meter große Cristiano Ronaldo, der sich hochschraubt und wuchtig in die Maschen zur 1:0-Führung köpft. Das Stadion tobt, die Fans der Königlichen jubeln.

Stefan ballt die rechte Faust und atmet einmal tief aus - etwas Anspannung fällt von ihm ab. In der linken Hand hält er fest den Controller. Der konzentrierte Blick lockert sich für einen kurzen Augenblick und schweift von der großen Leinwand ab. Durchschnaufen, die schweißnassen Hände trocknen.

Die rund 30 Zuschauer, die es bis zum Abend in der Sport-Express-Arena durchgehalten haben, sind teilweise seit 8 Uhr morgens in der Lobby des Fitnesscenters, in der das zweite FIFA-Turnier auf der Playstation 4 ausgetragen wird. Finalist Stefan Steinle, der im Turnier Real Madrid steuert und unter dem Pseudonym "littlestone" bekannt ist, glänzte bereits in der Gruppenphase. Nur ein 1:1-Remis verhinderte einen perfekten Durchmarsch in Gruppe 7. Sein Kontrahent im Finale, Haris "haris96" Salijanin, vergab mit seinem FC Barcelona einen Dreier in der Gruppenphase, landete schließlich auf dem zweiten Rang der Gruppe 1.

Der Weg bis ins Finale für die beiden war ein lang und zäh: Gegen 52 Konkurrenten galt es sich durchzusetzen. Fast die Hälfte aller 54 Teilnehmer wählte Real Madrid aufgrund des durchweg starken Kaders als ihr Team aus. 13 Hobbyzocker griffen zum deutschen Rekordmeister FC Bayern, fünf zum FC Chelsea aus England. In 167 Spielen fielen 689 Tore. Kein einziges Spiel endete 0:0 - sehr zur Freude der Zuschauer.

"Das Niveau der Spieler ist sehr gut. Der große Organisationsaufwand hat sich gelohnt", freute sich Organisator Matthias Malek über den Andrang auf die Konsolen. Zur Mittagszeit schätzte er, dass fast hundert Leute da waren - als Spieler, als Unterstützer, als Zuschauer. Einer der Favoriten war der letztjährige Sieger der Erstauflage, Christian Petrich. Obwohl es für den 21-Jährigen dieses Mal nur bis zum Viertelfinale reichte, das er gegen den späteren Finalisten Haris hauchdünn mit 1:2 verlor, fand er die Veranstaltung gelungen: "Es war nicht mein erstes Turnier, aber es war von der Organisation her das beste. Vor allem im Winter ist so etwas natürlich überragend."

Schon am Abend vorher hatte Organisator Malek unter anderem mit Lulzim Rahmani, einem Freund aus Weingarten, die Spielgeräte aufgebaut. Auch Maleks Bruder Daniel trug seinen Teil zum Erfolg des Turniers bei. Auf einem Fernseher bildete er die Ergebnisse live ab, was die Spieler würdigten: Das sei sonst nicht so üblich, äußerten sich viele.

Bekanntschaft mit dem späteren Finalisten Steinle machten auch die Freunde Tolga Salur aus Altheim (15) und Eren Boztepe (16) aus Allmendingen. Im letzten Jahr noch als Team unterwegs, kämpften sich die beiden Schüler allein jeweils ins Viertelfinale. Dort scheiterte Eren mit 2:3 an Steinle. "Ich war schon etwas nervös, vor so vielen fremden Leuten zu zocken. Ist schon was anders als mit Kumpels daheim oder online", gab er offen zu.

Die Spannung in der Sport-Express-Arena ist zum Greifen. Salijanin probiert mit seinem FC Barcelona alles, hat viel Ballbesitz und erarbeitet sich Ausgleichsmöglichkeiten. Doch dann patzt er zum zweiten Mal: Ein verunglückter Abschlag landet bei Ronaldo, der ins leere Tor einschiebt. Salijanin sinkt in den braunen Ledersessel wie Olli Kahn im WM-Finale 2002 an den Torpfosten. Sein später Anschlusstreffer ist zu wenig, das Spiel ist verloren. Steinle, der am Ende ein würdiger Sieger ist, hält hingegen nichts mehr auf dem Sessel. Er klatscht sich mit einem Freund ab.

Die Vorbereitung mit Freunden habe sich vor seiner ersten Turnierteilnahme ausgezahlt, sagte der Sieger danach. Den hochwertigen Fernseher nahm er lächelnd entgegen. "Jetzt fehlt nur noch das Sky-Abo", scherzte der BWL-Student aus Donaurieden und schlug den Organisatoren damit einen Siegerpreis für das geplante nächste Turnier vor. Ob dessen Finale dann wieder mit Madrid und Barcelona im Bernabéu stattfinden wird, bleibt abzuwarten. Geht es nach Organisator Matthias Malek wird das Turnier im kommenden Jahr aber auf Leinwänden in der angrenzenden Badmintonhalle gespielt.

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