Reinboth belohnt harte Arbeit

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Ein Extralob vom Cheftrainer Domenik Reinboth für Andrew Onwuegbuzie, der sich zuletzt immer mehr Spielzeit erarbeitet hatte. Foto: Dave Stonies  Foto: 

In der aktuellen Saison ist das Team Ehingen Urspring vor allem für eines bekannt: enge Spielverläufe, die teilweise erst in der Verlängerung entschieden werden. Eine dieser dramatischen Begegnungen war das Hinspiel der Steeples gegen die Hanau White Wings. Noch eine Minute vor Ende der Partie lagen die Ehinger mit drei Punkten zurück, doch dann kam die Zeit von Alisdair Fraser. Der schottische Center bekam 48 Sekunden vor Ende der Begegnung den Ball an der Drei-Punkte-Linie, warf und traf unter dem lauten Jubel der Zuschauer zum Ausgleich. Beinahe dieselbe Szene ereignete sich dann acht Sekunden vor Abpfiff erneut – und Fraser traf zum 82:79-Sieg.

Damals hatten die White Wings jedoch mit mehreren verletzungsbedingten Ausfällen zu kämpfen. So kamen etwa Till-Joscha Jönke und Paul Albrecht nicht zum Einsatz, Brian Sullivan konnte nur mit einer Bandage spielen. Trotz der veränderten Vorzeichen sieht Trainer Domenik Reinboth Chancen für seine Mannschaft: „Wir können sie trotzdem schlagen“, sagt er. Nicht zuletzt deswegen, weil sich Hanau unter der Woche von zwei Spielern getrennt hat. Zum einen von Jordan Wild, der die ersten zehn Saisonspiele für Hanau bestritt. 9,0 Punkte, 6,7 Rebounds und 2,0 Assists pro Spiel legte der Big Man auf, ehe er sich verletzte. Zum Anderen trennten sie sich von Sherwood Brown, der erst im November an den Main gekommen war und nicht überzeugen konnte. Dafür holte der Verein Isaiah Sykes von Maccabi Hod HaSharon aus der zweiten israelischen Liga. Er erzielte dort bei 25 Einsätzen 19,9 Punkte, 14,3 Rebounds und 4,9 Assists.

Doch nicht nur bei den Hanauern sind die Vorzeichen andere als in der Hinrunde, sondern auch bei den Ehingern. „Wir haben uns seit damals deutlich verbessert“, sagt Reinboth. Gerade von der Entwicklung Andrew Onwuegbuzies ist der Headcoach begeistert. Besonders seine Arbeitseinstellung sei vorbildlich. Der Lohn für die Entwicklung war zuletzt auch der Sprung in die Startformation und deutlich mehr Einsatzminuten. Zu diesen könnten gegen Hanau noch einmal mehr hinzukommen, denn Devon Moore ist im Training umgeknickt und daher angeschlagen. Dennoch setzt Reinboth auf den US-Amerikaner. „Damit Devon nicht spielt, müsste man ihm schon das Bein abschießen“, sagt der Trainer scherzhaft. „Wenn er spielt, dann wird er das sicher nur unter Schmerzen können.“

Einer, der unbedingt gegen Hanau spielen will und sich auch von einer Verletzung nicht abbringen lassen würde, ist Routinier Tobias Jahn. Denn der Center trifft nicht nur auf seinen ehemaligen Verein, für den er zwei Jahre lang gespielt und den Aufstieg in die ProA geschafft hat, sondern wird im Publikum auch ganz besondere Fans sitzen haben: seine Familie. „Es ist schön, die Familie wiederzusehen“, sagt Jahn. Aber auch auf seinen ehemaligen Arbeitgeber freut er sich. „Es ist toll, was sich in Hanau in den vergangenen Jahren entwickelt hat.“ So etablierte sich das Team vom Main in seinem zweiten Jahr in der ProA zu einem Playoff-Anwärter und besticht dabei durch eine gute Verteidigung. Mit durchschnittlich 70 Punkten lassen sie nur die drittwenigsten Körbe der ganzen Liga zu. Daher will auch Reinboth verstärkt auf die Verteidigung setzen, um den Gegner bei wenigen Punkten zu halten.

Gerade in der Defensive haperte es aber zuletzt bei den Ehingern. In den vergangenen fünf Spielen kassierten sie im Schnitt 85 Punkte und damit so viele, wie kaum ein anderes Team der Liga. „Wir müssen besser verteidigen und haben darauf auch unser Hauptaugenmerk beim Training gelegt.“ Vor allem in der Mann-gegen-Mann-Verteidigung hätte seine Mannschaft zuletzt Schwächen gezeigt, so der Trainer. „Es sind viele kleine Fehler, die wir machen. Aber daraus kassieren wir viele Körbe.“

Um erneut gegen Hanau bestehen zu können, gilt es für die Ehinger vor allem auf Kruize Pinkins zu achten, der nicht nur fast 19 Punkte im Schnitt erzielt, sondern auch über neun Rebounds pro Spiel abgreift. „Pinkins ist einer, den man nie richtig aus dem Spiel nehmen kann. Aber wir können es ihm so schwer wie möglich machen.“ Neben Pinkins besticht Hanau nicht nur durch Eugene Harris (15 Punkte), sondern vor allem durch mannschaftlichen Basketball und einen tiefen Kader. Florian Ankner

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