Pokal: Ulmer Basketballer heute gegen Oldenburg
Ulm/Oldenburg. Heute gilt's: Verlieren oder zum "Top Four" fliegen. Mit einem Sieg gegen die EWE Baskets Oldenburg können die Ulmer Basketballer einen ersten Schritt machen zum zweiten Pokalgewinn nach 1996.
Bibbern in Oldenburg, aber nicht wegen der Kälte. Beim Basketball-Bundesligisten aus Niedersachsen sind die Erinnerungen an den 10. Dezember 2011 noch sehr präsent. Und es sind wahrlich schlechte an das erste Bundesliga-Spiel in der Ratiopharm-Arena, das für die Gäste so desaströs mit einer 83:101-Klatsche endete. Gepaart mit der aktuell ebenfalls nicht rosigen sportlichen Situation, ist die Stimmung beim Euro-Challenge-Teilnehmer etwas angespannt. Auch Trainer Predrag Krunic, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, ist nicht mehr unumstritten. Sollte der Meister von 2009, derzeit auf Platz acht, die Play offs verpassen, gilt die Trennung als möglich.
All das erleichtert die Aufgabe für die Ulmer Korbjäger heute Abend im Pokalviertelfinale gegen die EWE Baskets (20 Uhr/Ratiopharm-Arena) nicht wirklich. Dass die Oldenburger die happige Niederlage noch im Kopf haben, findet der Ulmer Trainer Thorsten Leibenath allerdings nicht so schlecht. "Offensiv haben wir uns damals in einen Rausch gespielt, die Defensive war verbesserungswürdig. Aber die Oldenburger werden sicherlich Anpassungen vornehmen", vermutet der Coach und macht damit deutlich, dass er keinen zweiten Spaziergang gegen Oldenburg erwartet.
Zumal eben Dane Watts mit einer Sprunggelenksverletzung ausfällt. Ob der Amerikaner am kommenden Samstag im Spitzenspiel gegen Bamberg wieder dabei sein wird, bleibt offen. "Wir werden jedenfalls kein Risiko eingehen", sagte Leibenath, der nun vor der Aufgabe steht, die passende Anfangsformation für das heutige Duell zu finden. Eine Möglichkeit ist die, die sich beim 76:70-Erfolg in Gießen als schlagkräftig erwiesen hat. Kapitän Steven Esterkamp als "Vierer" (Power Forward) und damit Watts-Ersatz und Rocky Trice als "Dreier" (Small Forward). Gegen die defensiv ausgerichteten Hessen ging es mit der eher kleinen Aufstellung gut. Die zweite Variante wäre Keaton Nankivil auf der Watts-Position und Esterkamp wieder auf seiner angestammten Position als Small Forward - der Coach lässt es offen, für die Partie jedoch soll gelten: "Wir müssen schnell spielen, kontrolliert verteidigen und in Korbnähe immer schon mit zwei, drei Spielern da sein, um Oldenburg zu stoppen." Dass sich der Coach etwas überlegt hat, um die Kreise von Spielmacher Bobby Brown (30 Punkte gegen Ulm) und Rickey Paulding (20) empfindlicher zu stören als im Dezember, ist auch nicht überraschend.
"Wir werden 40 Minuten kämpfen, als ob es kein Morgen gäbe", hat Leibenath jedenfalls angekündigt. Die Mannschaft sei "richtig heiß" auf die Partie in der noch nicht ausverkauften Arena, von Müdigkeit hat der Coach nichts gespürt im Training, allenfalls von unglaublich viel Spaß: "Ich musste nicht viel sagen. Die Spieler sind mit jeder Faser dabei."
Deshalb bereitet dem Coach auch die aktuell mäßige Ausbeute aus der Distanz wenig Kopfschmerzen. "Wir haben trotz der unterdurchschnittlichen Quote gewonnen. Wir sollten uns nicht auf die Distanzwürfe verlassen, sondern auf unsere Verteidigung", sagte Leibenath, der selbst schon einige Erfahrung im Pokal gesammelt hat. Als Assistenztrainer in Gießen stand der 36-Jährige zweimal im "Top Four", verlor im Halbfinale zweimal gegen Berlin und wurde zweimal Dritter. Und in Schottland stand er im Finale - und verlor. Vielleicht klappt es in dieser Saison.
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Autor: THOMAS GOTTHARDT | 08.02.2012
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