Motivation durch Erinnerung

Mit einer ganz persönlichen Erinnerung an den Pokalsieg 1996 haben sich die Ulmer Bundesliga-Basketballer auf das heutige Pokalspiel gegen den Liga-Konkurrenten Oldenburg eingestimmt.

Das war die richtige Einstimmung auf das heutige Pokalviertelfinale gegen die EWE Baskets Oldenburg (20 Uhr/Ratiopharm-Arena). Die Ulmer Bundesliga-Basketballer haben sich ihrer Historie erinnert und den Pokalhelden von 1996, Gary von Waaden, eingeladen. Der 50-Jährige soll der Mannschaft von Trainer Thorsten Leibenath Glück bringen und mithelfen beim Sprung ins "Top Four".

Der 16. Februar 1996 war der Tag des Gary von Waaden. An jenem Sonntag sind im Pokal-Endspiel gegen Bayer Leverkusen (zum Beispiel mit Trainer Bauermann, Harnisch, Wucherer, Gnad und Michael Koch) beim Stand von 78:78 noch 5,5 Sekunden zu spielen, als Sascha Hupmann für den Werksklub an die Freiwurflinie geht. Der Center wirft den ersten vorbei, der zweite fällt durch die Reuse.

Einwurf, Jarvis Walker dribbelt nach vorne, die Leverkusener stürzen sich kollektiv auf den Amerikaner, ein kontrollierter Wurf ist nicht möglich. "Ich lag schon schräg in der Luft, da sah ich Gary ganz frei, hab ihm den Ball gegeben und gehofft", schilderte Walker später die spielentscheidende Szene. Und Gary von Waaden versenkt diesen Ball mit der Schlusssirene - 80:79. 2700 Zuschauer in Berlin stehen Kopf, darunter rund 300 Fans aus Ulm. Damit hatten die Ratiopharm-Korbjäger im dritten Anlauf den ersehnten ersten und bis heute einzigen Titel gewonnen.

Mit Basketball hat der ehemalige Center nicht mehr sonderlich viel am Hut. Mal abgesehen davon, dass er jüngst Deutscher Ü-45-Meister mit einer Mannschaft aus Breitengüßbach wurde und noch Trainer eines unterklassigen Teams ist. Ansonsten arbeitet von Waaden, der von 1991 bis 1997 in Ulm spielte (244 Partien), im Fitnessstudio seiner Frau Sandy mit und tagsüber im Versandhandel. Immerhin: Der zwölfjährige Sohn spielt Basketball. "Besser als ich, als ich in seinem Alter war", erzählte von Waaden nicht ganz ohne Stolz.


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Autor: THOMAS GOTTHARDT | 08.02.2012

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