Mit Zuckerbrot und Peitsche

Nach gutem Start verlor das Team Ehingen Urspring zwar den Faden im Auswärtsspiel gegen die Giants Nördlingen. Doch am Ende gewann die Mannschaft um Trainer Domenik Reinboth mit 87:71.

FLORIAN ANKNER |

Nach dem Schlusspfiff zwischen den Nördlinger Giants und dem Team Ehingen Urspring in der zweiten Basketball Bundesliga ProB pustete Steeples Trainer Domenik Reinboth seine Wangen auf und atmete tief durch. Diese kleine Geste verdeutlichte den Spielverlauf, des am Ende deutlichen 87:71-Auswärtserfolgs im Ries. Denn die Ehinger verspielten eine früher 23-Punkte-Führung und mussten den Hausherren zuschauen, wie sie sich in einen wahren Rausch spielten.

Einen Lauf erwischten aber auch die Ehinger zu Beginn des Spiels. Angepeitscht von der lautstarken Unterstützung der mitgereisten Fans starteten die Steeples fulminant. Nachdem es bereits nach drei Minuten 8:8 stand, zündeten die Gäste den Turbo. Bis zum Ende des Viertels erzielten sie so einen 17:2-Lauf gegen die Giants, die sich in dieser Phase des Spiels in ihre Einzelteile aufzulösen schienen. Nichts gelang den Nördlingern und die Ehinger, angeführt von Devon Moore mit acht Punkten, bestraften sie eiskalt. So endete das erste Viertel mit 25:10. "Es war das beste Viertel, das wir in dieser Saison bisher gespielt haben", schwärmte Reinboth.

Auch der zweite Abschnitt brachte keine Änderung und die Steeples bauten ihren Vorsprung auf 33:10 (13.) aus. Doch dann brachte ein glücklicher Korbleger der Nördlinger das Momentum zum Wanken. Plötzlich taten sich die Ehinger schwer, vertändelten leichtfertig den Ball und schafften es nicht mehr, sich freie Würfe zu erarbeiten. Ganz anders die Hausherren. Der Knoten war geplatzt und sie trafen aus allen Lagen. Alleine Janek Schmidkunz traf bis zur Halbzeit fünf seiner sieben Dreierversuche. "Wir haben dann viel zu wild gespielt und ihnen zu viele Chancen gegeben wieder ins Spiel zu kommen", sagte Reinboth nach dem Spiel. Bis zur großen Pause schmolz der Vorsprung von 23 Punkten auf ein kleines Polster von 45:37.

Nach der Pause schien die Ansprache von Trainer Reinboth gefruchtet zu haben und die Ehinger kamen wiedererstarkt auf das Parkett. So legten sie gerade in der Defensive zu und verteidigten enger und aggressiver. Besonders den Giant Schmidkunz brachte die verbesserte Verteidigung aus dem Konzept und so blieb er weitestgehend blass. Dennoch schmolz der Vorsprung auf vier Punkte bis zum Ende des Abschnitts (64:60).

Im vierten Viertel schien das Momentum dann endgültig zugunsten von Nördlingen zu kippen. Mit zwei schnellen und wilden Dreiern erzielten sie in der 33. Minute den ersten Ausgleich (66:66) seit der dritten Spielminute. Anschließend hatten sie sogar die Chance auf die erste Führung des Spiels, doch der Korbleger fand nicht den Weg durch das Netz. Es war jedoch der Wachrüttler, den die Ehinger so dringend brauchten. Sie schafften es den Druck in der Offensive wieder zu erhöhen und die Verteidigung der Nördlinger in Fehler zu treiben. Ein 21:5-Lauf zum 87:71-Endstand war die Folge. "Wir wussten, dass wir es können", freute sich Reinboth, der bei seiner Auszeit im letzten Abschnitt mit "Zuckerbrot und Peitsche" vorging, wie er schmunzelnd verriet: "Man muss zwar offen sagen, dass es nicht gut ist, was wir gerade spielen, ihnen aber Mut zusprechen und verdeutlichen, dass wir es können." Und das sein Vorgehen das richtige war, zeigte die Wendung im Spiel.

Durch den achten Sieg im neunten Spiel bleiben die Ehinger weiterhin auf dem ersten Tabellenplatz der zweiten Basketball Bundesliga ProB vor den punktgleichen Karlsruhern, die ihr Spiel souverän gegen Saarlouis mit 107:66 gewannen.

Steeples: Jahn (18 Punkte), D. Berger (15), Moore (11), Eisele (10), Wolf (9), Tomasevic (8), Aghas (8), Luyeye (5), Volk (3), L. Berger.

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