"Es ist etwas Besonderes"

Basketball-Nationalspieler Akeem Vargas spricht im Interview über seine Zeit an der Urspringschule. Er erzählt auch, warum man dort gewesen sein muss, um zu verstehen, wie besonders es dort ist.

FLORIAN ANKNER |

Sie haben in Ihrer Jugend drei Jahre in Urspring gespielt. Wie hat Sie diese Zeit geprägt?

AKEEM VARGAS: Die Zeit in Urspring hat mich sehr stark geprägt. Es ist etwas ganz Besonderes, den ganzen Tag mit seinen Freunden zusammen zu sein, Basketball zu spielen und einem gemeinsamen Traum hinterher zu eifern. Das ist etwas, was nicht allzu oft passiert.

Hat Sie diese Zeit auch ein Stück weit auf Ihre spätere Karriere vorbereitet?

VARGAS: Ja, in Urspring lernt man schon früh, dass man sich immer durchsetzen muss und so war es dann auch bei den Profis. Da fragt dich keiner mehr nach dem Alter, sondern da geht es nur um die Leistung, die du bringst. Was das angeht, kommt einem die Internatszeit auf jeden Fall zugute, denn man wird da zum sogenannten harten Hund. Und was Offcourt angeht, diese optimale Verbindung zwischen Schule und Basketball ist einzigartig. Es wird sich intensiv um einen gekümmert, dass man trotz des vielen Trainings mit dem Schulstoff hinterherkommt und einen erfolgreichen Abschluss macht.

Ehemalige Kollegen von Ihnen sagen, man muss einmal in Urspring gewesen sein, um auch zu verstehen, wie besonders es dort ist. Sehen Sie das auch so?

VARGAS: Ja. Ich hab mal mit meinem Teamkollegen von Alba Berlin, Niels Giffey, darüber gesprochen, der mit Alba in der Jugend einmal in Urspring war und meinte, er kann nicht verstehen, wie so viele gute Basketballer von dort kommen und was das für ein enger Bund ist. Für viele mag Urspring eine kleine Einöde sein, doch das macht den Schülern nichts aus. Es schweißt einen vielmehr zusammen, da man unter sich ist. So entsteht ein unglaublicher Zusammenhalt, in den sich niemand von außen reindrängen kann.

Was würden Sie eher über sich sagen: Dass in Ihrem jetzigen Können mehr Talent oder mehr harte Arbeit steckt?

VARGAS (lacht): Ich glaube, das hat bei mir nicht viel mit Talent zu tun, sondern eher mit harter Arbeit und dem unbändigen Willen, an sich selbst zu glauben. Es gab oft Leute, die mir gesagt haben, ich sei in etwas nicht gut genug. Davon habe ich mich aber nie beirren lassen. Das ist glaube ich der Grund, warum ich jetzt dort bin, wo ich bin. Und nicht wegen einem athletischen Talent. Es ist einfach Einstellungssache und ich denke auch, dass ich einer der mental stärksten Spieler in der BBL bin und auch früher in dieser Hinsicht schon stark war.

Wie hat sich Ihr Leben verändert, seit Sie Profi sind?

VARGAS: Es hat sich nicht so arg verändert. Ich war es schon immer gewohnt, elf von zwölf Monaten Basketball zu spielen und jetzt habe ich einfach weniger Urlaub, denn jetzt spiele ich noch in der Nationalmannschaft. Aber auch was meinen Alltag angeht, hat sich seit letztem Jahr was verändert: Ich habe mein Sport- und Eventmanagement-Studium angefangen. Das heißt, dass ich meine Freizeit neben dem täglichen Training nutze und mich in den Hörsaal setze.

Wie ist es für Sie, in der Bundesliga gegen ehemalige Kollegen und Freunde aus Urspring zu spielen?

VARGAS: Es ist natürlich immer wieder ein schönes Wiedersehen, weil man weiß, dass man viel mit ihnen erlebt hat. Aber nichtsdestotrotz ist es für mich so, dass ich während eines Spiels keine Freundschaft kenne. Dann gilt Trikotfarbe gegen Trikotfarbe. Nach dem Spiel können wir uns wieder die Hand reichen und dann ist wieder alles gut.

Wenn Sie jetzt Ihre Karriere ansehen, hätten Sie das alles ohne Urspring auch geschafft?

VARGAS: Ich glaube, hätte ich damals nicht den Schritt gewagt und wäre nicht nach Urspring gegangen, dann wäre ich jetzt nicht da, wo ich heute bin.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Zum Schluss

Warum man mit Energiesparlampen ...

Die modernen Glühlampen sind gut für die Umwelt, weil sie Energie sparen, aber schwierig zum Entsorgen.

Energiesparlampen schonen das Klima, weil sie viel weniger Strom verbrauchen als die alten Glühbirnen. Doch wenn sie zerbrechen, ist Vorsicht angesagt – vor allem, wenn sie Quecksilber enthalten. mehr

Kotzhügel und Zaun: Botschaften ...

Das Tanzen auf den Tischen ist nicht erlaubt. Foto: Felix Hörhager

Der Besuch des Oktoberfestes kann ein großes Abenteuer sein. Damit alles glatt geht, geben einige Botschaften ihren Landsleuten nützlich Ratschläge an die Hand. mehr

Studie: Meiste Reiche leben in ...

Weltweit gibt es immer mehr Millionäre. Auch in Deutschland steigt die Zahl der Reichen. Das geht aus einer Studie des Beratungsunternehmens Capgemini hervor. mehr