Ehingen Urspring ohne Biss

Der 12. Spieltag in der 2. Basketball-Bundesliga ProB endete mit einer bitteren Niederlage für das favorisierte Team Ehingen Urspring. Gegen Nördlingen fehlte den Steeples von Beginn an der nötige Biss.

SVEN KOUKAL |

Die Stimmung in der vollen Längenfeldhalle hätte gestern zum letzten Heimspiel in diesem Jahr nicht besser sein können. Doch nicht nur der SÜDWEST PRESSE-Nikolaus verteilte fleißig Geschenke an die Gäste, das Team um Headcoach Domenik Reinboth stand dem Mann in rot und seinen Helfern in nichts nach. Mit einem klaren 72:84 blieb der Gastgeber gegen die Giants Nördlingen am Ende chancenlos - zu groß war der Punkteabstand die gesamte Partie über.

Vor drei Wochen standen sich die beiden Kontrahenten zuletzt gegenüber. Das Hinspiel in Nördlingen glich der Begegnung gestern stark in seinem Ablauf - allerdings bestimmte nicht Ehingen das Spielgeschehen, sondern die von Mario Matic geführten Gäste.

"So ein Spiel hat man nur einmal im Jahr", sagte Matic überrascht nach dem Abpfiff. Mit einem so deutlichen Ergebnis habe selbst er nicht gerechnet. Doch schnell zeichnete sich gestern beim Aufeinandertreffen des Tabellenersten mit dem Tabellensechsten eine Tendenz zugunsten der Gäste ab.

Gleich von Beginn an schreckten die Giants vor dem Tabellenführer nicht zurück. Das Selbstvertrauen aus vier Siegen aus den letzten fünf Spielen war deutlich zu spüren. Während sich Ehingen über unglückliche Spielsituationen ärgerte, jubelten die Anhänger aus Nördlingen mehrfach über geglückte und nicht ganz einfach Korbabschlüsse.

Hinzu kam eine solide Defensive: Dem erneut starken Jordan Talbert etwa gelangen allein im ersten Viertel sieben Rebounds. Das Mittel der Ehinger über die Flügel und die Distanz zu Punkten zu kommen, scheiterte zunächst. Schnell etablierte sich so ein Abstand von mehr als zehn Zählern.

"Heute haben wir zu langsam in unseren Rhythmus gefunden", erklärte Reinboth. Zu keiner Phase im Spiel habe man den Gegner verteidigen können. "Nördlingen war unglaublich stark", beglückwünschte der Ehinger Coach die Gäste.

Mit dem zweiten Viertel taten sich die Parallelen zum Hinspiel auf: Beim Stand von 22:45 führte Nördlingen mit 23 Punkten. Vor drei Wochen lag dieser Vorteil auf den Habenseite der Ehinger. "Die Mischung wie man spielt macht es eben aus: Entweder schnell und gut oder schnell und überhastet. Ich denke, heute waren wir in manchen Situation zu überhastet", attestierte Reinboth seinem Team. Mit 16 Zählern Unterschied ging es in die Halbzeitpause.

Dass der zehnte Sieg in der laufenden Saison in weite Ferne rückte, war den Steeples spätestens im dritten Viertel klar, obwohl sie schwungvoll aus der Pause kamen: Christopher Wolf, Maxi Eisele und Tobias Jahn kamen zum Korberfolg und verkürzten auf 38:49. Die Umstellung im Angriff machte sich bemerkbar, die unsicheren Dreier wichen dem unmittelbaren Zug zum Korb. Nördlingen suchte sein Heil besonders bei seinen Leistungsträgern Janek Schmidkunz (20 Punkte), Leo Vrkas (14), Jordan Talbert (19) und Brandon De`Andre Lockhart (16).

Tatsächlich kam Ehingen den Gästen im dritten Durchgang so nah wie im gesamten Spiel nicht; zwischenzeitlich trennten nur acht Punkte beide Teams. "Wir sind als krasse Außenseiter ins Spiel gegangen und hatten nichts zu verlieren", erklärte Mario Matic. Da sein Team eben eine Mannschaft sei, die vom Wurf lebe, und vieles geklappt habe, sei das extreme Selbstvertrauen im Laufe der Partie gewachsen. Im Gegensatz zu Ehingen.

"Es ist halt der Todesstoß, wenn du dich so zurückkämpfst, aber der Gegner stark dagegen hält", sagte der Ehinger Headcoach.

Trotz der spannenden Schlussphase verstanden es die Gäste prima, den Abstand zu verwalten. "Ein Spiel unter solcher Stimmung wünscht man sich jede Woche. Für unser Ziel, den Klassenerhalt zu schaffen, haben wir einen Riesenschritt gemacht", freute sich Matic. "Wir haben zwar in der zweiten Halbzeit noch einmal alles gegeben, das hat man gesehen. Aber so ist es manchmal", bedauerte dagegen Reinboth.

Ehingen ließ gegen Nördlingen nicht nur extrem viele Körbe zu, sondern verlor mit der Heimniederlage auch die Tabellenführung. An der Ligaspitze steht jetzt wieder die BG Karlsruhe, die einen knappen 82:81-Sieg gegen die Saarlouis Royals feierte.

Am 19. Dezember reisen die Ehinger zu den Fraport Skyliners nach Frankfurt. Dort steht Wiedergutmachung auf dem Programm. Tip-Off ist um 18 Uhr.

Team Ehingen Urspring: Jahn (18 Punkte), Moore (11), Tomasevic (10), Wolf (10), Thompson (7), D. Berger (7), Aghas (5), Eisele (2), Luyeye (2), L. Berger, Volk.

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