Bei der Mitmachausstellung ins Burgleben eintauchen

Kinder verwandeln sich bei einer Mitmachausstellung im Landesmuseum in Stuttgart in Knappen, Schlossdamen und Ritter. Über 60 Stationen regen zum Mitmachen an.

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Hoppe, hoppe Ritter: In der Ausstellung können die Kinder an einem Turnier teilnehmen.  Foto: 

Einmal ein Kettenhemd überstreifen, den Helm aufsetzen und mit Pferd und Lanze ins Turnier ziehen, um Ruhm und Ehre zu erlangen. Der Traum vieler Jungen und bestimmt auch einiger Mädchen. In der neuen Mitmachausstellung „Die Ritter. Leben auf der Burg“ des Kindermuseums Junges Schloss können Kinder noch bis zum 8. April in die Rolle junger Knappen oder Burg­damen schlüpfen und das Leben auf der Burg kennen lernen.

Wie fühlt es sich an, ein Kettenhemd zu tragen? Wie ist eine Burg aufgebaut? Wie wird sie verteidigt? Und wie haben sich die Menschen damals eigentlich gewaschen? Auf diese und viele weitere Fragen gibt die Ausstellung Kindern im Alter von etwa vier bis 10 Jahren Antworten.

Das Konzept setzt dabei auf einen vielseitigen Bildungsansatz. „Wir wollten keine reine Leseausstellung, sondern eine, die die eigene Aktivität der Kinder fordert und in der sie ihre eigenen Erfahrungen machen können“, erklärt Christoph Fricker, Kurator der Ausstellung. So werden zum einen Originalstücke aus dem 12. und 13. Jahrhundert ausgestellt, etwa Schwerter, Tonspielzeuge oder Kochtöpfe. Doch die Kinder sollen auch selbst testen und erleben können, wie es auf einer Burg zur Zeit der Staufer war.

Über 60 Mitmachstationen sind in der Ausstellung verteilt, die unterschiedliche Sinne ansprechen sollen. Von der Rüstkammer, in der Kinder Kettenhemd und Helm anprobieren können, über einen Raum, in dem die Burggeräusche im Tagesverlauf erklingen, bis hin zu einem Tretkran, in dem die Kinder in einer Hamsterrad-ähnlichen Konstruktion Steine anheben. Nicht fehlen darf natürlich ein Turnierplatz, wo die Kinder auf Stoffpferden und mit Schaumstofflanzen gegeneinander anreiten.

„Die Ausstellung ist super kindgerecht und liebevoll gemacht“, findet Irma Widmaier aus Weil der Stadt (Kreis Böblingen). Sie besucht das Museum mit ihren beiden Enkeln aus Rheinland-Pfalz. Emil und Paula sind schon Experten und als Ritter und Burgfräulein gekleidet gekommen und probieren sich im Schwerkampf oder Bogenschießen. Für alle Kinder steht zu Anfang der Ausstellung eine Truhe mit Kleidern bereit. So verwandeln sie sich in Burgdamen, Geistliche oder Knappen und erkunden in dieser Rolle das Burgleben.

Die Ausstellung ist auf der Fläche des Landesmuseums Württemberg im Alten Schloss untergebracht. „Wir haben großes Glück, hier ausstellen zu dürfen“, sagt Kurator Fricker. Denn die Flächen des Kindermuseums böten nicht so viel Platz. So erstreckt sich die Ritterausstellung nun auf rund 1000 Quadratmeter und ist wie eine idealtypische Burg gestaltet. Über den Burghof hindurch geht es in den Wohnbereich, den Rittersaal, die Rüstkammer und Küche bis hin zum Turnierplatz. Parallel dazu wird auch das Aufwachsen vom Kind bis zur Burgdame oder zum Ritter thematisiert.

Gefragt nach ihrer Lieblingsstation deutet Paula auf das Bogenschießen, ihr größerer Bruder marschiert dagegen zielstrebig auf die Schwertkampf-Station zu. In der Nähe halten sich immer Betreuerinnen auf, die Fragen beantworten, Stationen erklären und den Schwertkampf oder das Bogenschießen beaufsichtigen.

Svenja Wilson ist eine der Betreuerinnen und wird gerade von Emil über den Panzerstecher, ein langes, sehr dünnes Schwert, ausgequetscht. „Aber der Panzerstecher kommt doch nicht durch die Rüstung durch, oder?“ „Durch die Rüstung nicht, aber durch die Lücken und Schlitze in der Rüstung schon“, macht Wilson den Ritter-Fan um eine Info reicher.

Zum Ausklang behandelt die Ausstellung das Ende der Ritterzeit und schlägt den Bogen zu heutigen Kinderzimmern, in denen oft Ritter anzutreffen sind. Passend dazu gibt es auch eine Station zum Lego-Burg bauen, in der sich nicht nur die Kinder verlieren, sondern auch die Väter.

Das Kindermuseum veranstaltet an diesem Wochenende zusätzlich zur Ritterausstellung ein Ritterwochenende mit Attraktionen, Gauklern, einem Turnier zum Mitmachen sowie spannenden Rittergeschichten und Zaubershow in einer Märchenzeltburg.

Öffnungszeiten Samstag, 7.10., und Sonntag, 8.10., je von 10-17 Uhr im Hof des Alten Schlosses, bei Regen im Foyer.

Eintritt zu den Aktionen des Ritterwochenendes ist frei, die Ritterausstellung kostet für Kinder 5 und für Erwachsene 8 Euro. eb

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