Faszinierendes Moderne-Projekt

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Im Jahr 2001 startete das Linos-Ensemble das CD-Projekt „Arnold Schönberg und der Verein für musikalische Privataufführungen – Wien 1918 bis 1921“. In diesem Verein kamen Werke zum Erklingen, die für den Kreis um Schönberg richtungsweisend waren. Mit der vorliegenden CD hat das Ensemble sein hoch ambitioniertes Projekt nun beeindruckend abgeschlossen. Zu hören sind Schönbergs Kammersinfonie op. 9, arrangiert von Anton Webern, die sechs „Maeterlinck-Gesänge“ op. 13 von Alexander Zemlinsky (Mezzosopran: Zoryana Kushpler) und die „Berceuse élégiaque“ op. 42 von Ferruccio Busoni. Die letzteren Werke erklingen in der Fassung von Erwin Stein. Das Linus-Ensemble spielt die Werke maximal transparent – und hochgradig expressiv (erschienen beim Label Capriccio/Naxos).

Was ist der Sinn und Zweck Ihres nun abgeschlossenen CD-Projekts?

Mario Blaumer: Der „Verein für musikalische Privataufführungen“ fasziniert auch heute noch viele Musiker und Musikinteressierte. Die Aufgabe, die Bearbeitungen dieses Vereins auf acht CDs einzuspielen, war für das Linos-Ensemble eine wunderbare und herausfordernde Arbeit. Das Ziel des Vereins, Musik abseits der Aufgeregtheiten des Konzertbetriebs zu ergründen und zu verstehen, hat sich für das Ensemble bei dieser Arbeit wie von selbst ergeben und ist hoffentlich auch für den Hörer im Ergebnis erlebbar.

Welchen musikhistorischen Stellenwert hat die Kammersinfonie von Arnold Schönberg?

Es handelt sich um eines der wichtigsten Werke am Beginn des 20. Jahrhunderts, entstanden an der Grenze zwischen Spätromantik und Moderne. Es ist von unglaublicher Komplexität und Dichte, hat große Intimität und musikalischen Schwung – ein Meisterwerk von nur 20 Minuten, die sich wie eine Stunde anfühlen. Es gibt diverse Bearbeitungen davon. Die Webernsche verwendet die Instrumentalbesetzung des „Pierrot Lunaire“ in der Absicht, diese beiden Werke gemeinsam aufzuführen.

Was können Sie uns über die „Maeterlinck-Gesänge“ und ihren Schöpfer sagen?

Alexander von Zemlinsky war Lehrer, Freund und Schwager Arnold Schönbergs und wohl eine faszinierende Persönlichkeit im unglaublich kreativen Wien der Jahrhundertwende. Auch Alma Schindler, später Mahler, war seine Schülerin und Geliebte. Erwin Stein, der Bearbeiter seiner Lieder, war wiederum Schüler Arnold Schönbergs und gehörte zum engsten Zirkel des Vereins.

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