In Neu-Ulm kaum Freiflächen für Photovoltaik
Neu-Ulm. Entlang von Autobahnen, Bundesstraßen und Bahnlinien gibt es in Neu-Ulm nur wenig Freiflächen für die Photovoltaik. Ermittelt wurden nur 10 Hektar. Die werden jetzt im Flächennutzungsplan ausgewiesen.
Die Gesetzesvorgaben für die Wende hin zum Einsatz von mehr regenerativer Energie sind gemacht und seit Jahresbeginn auch in Kraft gesetzt – was bedeutet: Bis zum Jahr 2020 soll der erneuerbare Anteil an der Stromversorgung insgesamt 35 Prozent betragen, bis zum Jahr 2050 schon 80 Prozent. Einen Teil davon sollen auch freistehende Photovoltaikanlagen liefern. Die Stadt Neu-Ulm hat deshalb untersuchen lassen, welche Flächen überhaupt in Frage kommen. Herausgekommen ist dabei nur ein relativ kleines Gebiet – insgesamt nur etwa zehn Hektar westlich von Holzschwang an der Autobahn A 7 gelegen. Was auch an den Gesetzesvorgaben liegt: Solche freistehenden Anlagen sind nur längs der Autobahnen und der Schienenstrecken erlaubt – und das in einem Korridor von 110 Metern rechts und links der jeweiligen Verkehrsader.
Die Stadt Neu-Ulm hat die Flächen vom Büro für Landschaftsökologie und Planung, Bruns & Stotz aus Schorndorf, untersuchen lassen. Dabei handelt es sich um die Bahnlinie Stuttgart-München, die Bahnstrecke ins Illertal, die Autobahn A 7 und die autobahnähnliche Bundesstraße B 28. Rein rechnerisch stünden dort insgesamt fast 750 Hektar zur Verfügung. Die gesamte Fläche wurde in drei Kategorien eingeteilt – von ungeeignet über bedingt geeignet bis geeignet. Der Löwenanteil mit etwa 550 Hektar (76,9 Prozent) ist nach Angaben der Gutachter ungeeignet – und das aus mehrerlei Gründen: Oft spricht die zu nahe Wohnbebauung dagegen, dann wieder der Wert des Geländes für die Landwirtschaft, aber auch Naturschutzgründe werden aufgeführt, wie zum Beispiel brütende Vögel. Etwa 155 Hektar (21,7 Prozent) sind derzeit nur bedingt geeignet. Jede Genehmigung müsste dort im Einzelfall genauer geprüft werden. Uneingeschränkt geeignet sind nur zehn Hektar (1,4 Prozent) an der A 7 bei Holzschwang. Dabei handelt es sich um vier Parzellen, die jeweils zwischen zwei und drei Hektar groß sind. Diese Grundstücke werden als so genannte „Vorrangflächen für solare Energie“ in den Flächennutzungsplanentwurf bis zum Jahr 2025 eingearbeitet. Sollten sich Investoren finden, die solche Anlagen überhaupt bauen und betreiben wollen, kann ein entsprechender Bebauungsplan entwickelt werden.
In der CSU, so Christa Wanke, sei über dieses Thema leidenschaftlich diskutiert worden. Die Fraktion stehe insgesamt zur Energiewende, wolle für Photovoltaik aber Grundstücke nur sparsam zur Verfügung stellen. Vorbehalte gibt es aus Sicht der Landwirtschaft, wie aus den Worten ihres Fraktionskollegen und Landwirts Erich Niebling deutlich wurde. Landwirtschaftlich genutzte Flächen sollten nur in Ausnahmefällen zugelassen werden.
Am Ende setzte es im Ausschuss fünf Gegenstimmen.
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar
Autor: EDWIN RUSCHITZKA | 08.02.2012
| Artikel twittern |
|
|
MEISTGELESENE ARTIKEL
Zwischen Bachtal-Schönheit und Miss Deutschland
Sie ist Miss Bayern. Jetzt tritt sie auch bei der Wahl zur schönsten Frau Deutschlands an. Die Rede ist von Sarah-Lorraine Riek aus Syrgenstein. Ob sie nun die Krone ins Bachtal holt oder nicht – die 19-Jährige ist gewappnet.... mehr
Schwerer Vorfahrtunfall auf neuer Kreuzung bei Brenz
Weil eine Autofahrerin die Vorfahrt nicht beachtete, kam es am Dienstag zu einem verheerenden Unfall auf der neuen Bundesstraße 492: Die Unfallverursacherin wurde lebensgefährlich verletzt.... mehr
Motorradfahrer bei Streifzusammenstoß schwer verletzt
Illerberg Zu einem schweren Verkehrsunfall mit einem Motorradfahrer ist es am Sonntagmittag gegen 13 Uhr zwischen Illerberg und Witzighausen gekommen. Dieser war zwar lediglich an einem entgegenkommenden Auto vorbeigestreift, erlitt dabei jedoch schwere Verletzungen.... mehr
Familie muss ausziehen - Fünf Kinder in Wohnungsnot
Neu-Ulm Eine Alleinerziehende steht am 8. Juli mit ihren fünf Kindern auf der Straße, wenn sie keine Wohnung findet. Bisher ohne Erfolg, trotz professioneller Unterstützung der Wohnberatung der Neu-Ulmer Diakonie.... mehr
Amok-Alarm an Schule in Memmingen - Fahndung nach Täter läuft
Memmingen Amok-Alarm hat am Dienstagnachmittag ein 15-jähriger Schüler der achten Klasse in Memmingen (Bayern) ausgelöst. Der Junge hatte die Lindenschule, eine Grund- und Hauptschule, mit zwei scharfen Waffen betreten und mehrere Personen bedroht. Auch ein Schuss fiel.... mehr

ZURÜCK