Der Name Neu-Ulm soll hinaus in die Welt
Neu-Ulm. Dank des Donaubüros kennt vielleicht bald jedes Kind entlang der Donau den Namen Ulms. Aber Neu-Ulm? Eher nicht. Das soll sich ändern.
Schon mal was von Drobeta Turnu Severin gehört? Oder von Smederevo? Pancevo? Nein? Tja. Sind alles bedeutende Donau-Städte, mindestens so bedeutend jedenfalls wie Neu-Ulm. Und bedeutend größer. Doppelt so groß. Smederevo und Pancevo gehören zu Serbien, und Drobeta Turnu Severin liegt eher am anderen Ende der Donau in Rumänien, ungefähr so wie Ulm und Neu-Ulm eher am Ursprung liegen. Alle drei sind Großstädte, trotzdem kennt sie hier kaum ein Mensch.
Den Leuten aus Smederevo und Drobeta Turnu Severin dürfte es mit Ulm genau so gehen. Und erst mit Neu-Ulm! Das hat nicht nur den Nachteil, dass es nicht einmal halb so groß ist wie die Schwesterstadt am gegenüberliegenden Donauufer. Nein, Ulm ist einfach in allem überlegen: hat Kaufhäuser, eine Universität, ein großes Theater, viele Firmen, Bundesliga-Basketballer und einen OB, der schon als möglicher Ministerpräsident gehandelt wurde. Und es hat eine ruhmreiche Vergangenheit als freie Reichsstadt, anders als die Neu-Ulmer, die fast gar keine haben.
Doch die Ulmer sind ja gar nicht so, sie lassen die Neu-Ulmer mitmachen, meistens jedenfalls. Die Liste der gemeinsamen Unternehmungen ist lang und wird länger: Stadtwerke, Stadtentwicklungsverband, Touristik-Büro, Freizeitbad Atlantis, Multifunktionshalle, Donaubüro. Die meisten tragen als äußerliches Zeichen der innigen Gemeinsamkeit den Namen der Doppelstadt im Namen. Das Donaubüro aber nicht. Es heißt nur: Donaubüro Ulm. Wo bleibt da Neu-Ulm, fragte Hans Aicham-Bomhard (CSU) kürzlich im Stadtrat. Ja, wo bleibt es? Immerhin sitzen die Neu-Ulmer mit im Boot. Trotzdem werde Neu-Ulm bei den Donau-Aktivitäten kaum wahrgenommen, klagt Aicham-Bomhard. "Wir sind eine erfolgreiche, eigenständige Stadt. Aber das Hauptaugenmerk gilt immer Ulm."
Das dürfte sich kaum ändern, auch wenn das Donaubüro, wie Aicham-Bomhard wünscht, künftig Ulm/Neu-Ulm im Namen führt. Denn irgendwie ist es wohl auch das Schicksal von Smederevo und Pancevo, dass sie international nie groß rauskommen werden: Beide Städte liegen nur ein paar Kilometer von Belgrad entfernt.
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Autor: CHIRIN KOLB | 22.03.2010
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Vor zwölf Jahren wurde Neu-Ulm Hochschulstadt - was die damalige OB Beate Merk und Hochschulrektor Gerhard Hack sichtlich freute. Doch der Schatten des Ulmer Münsters ist übermächtig geblieben. Archivfoto
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