Zwei Bewerber da

Mehrere Klassenstufen müssen in Oberstadion künftig zusammengelegt werden. Das Konzept zur Ganztagsschule steht bereits. Interesse besteht auch an der im Herbst frei werdenden Schulleiterstelle.

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Josef Ziegler: Schüler müssen in Zukunft noch öfter selbstständig arbeiten.

"Wir werden wohl nur noch einzügig sein", sagt Rektor Josef Ziegler. Wegen immer weniger Nachwuchs und der bisher fehlenden Ganztagsbetreuung seien die Anmeldezahlen in der Christoph-von-Schmid-Schule gesunken. Deshalb müssen im Herbst 20 Schüler der Klassen fünf und sechs sowie die 26 Schüler der Klassen sieben und acht jeweils zusammengelegt werden, berichtet der Schulleiter. Dafür gibt es nur wenig mehr Lehrerstunden, die deshalb geschickt eingesetzt werden müssen: "Wir werden Lerngruppen mit je ein bis zwei Lehrern bilden, um dem Leistungsunterschied der Klassenstufen gerecht zu werden", kündigt Ziegler an. Selbstständiges Arbeiten der Schüler werde immer wichtiger.

Auch nach 2012 wird es entgegen anders lautender Berichte mit zusammengelegten Klassen in Oberstadion weitergehen. Die Klassen neun und zehn werden wie immer in Munderkingen unterrichtet. Die Gemeinde Oberstadion ermöglicht als Schulträger mit der Rückerstattung der Fahrtkosten, dass den Eltern kein Nachteil entsteht.

Der Stundenplan war mit den Wahlpflichtfächern ab Klasse acht schon länger der einer Werkrealschule, und seit Februar darf sich die Christoph-von-Schmid-Schule Grund- und Werkrealschule (WRS) nennen. Hintergrund: Hauptschulen, die das zehnte Schuljahr in Kooperation mit einer Werkrealschule bieten, dürfen nun WRS heißen, auch wenn sie einzügig sind.

Wegen der neuen, von den Eltern bestimmten Wahl der weiterführenden Schule sei Oberstadion kein echter Schaden entstanden, sagt Ziegler. "Nur einer unserer Grundschüler mit Werkrealschulempfehlung hat sich für die Realschule entschieden." Doch der Bedarf an Ganztagsbetreuung und Mittagessen an der Schule sei gestiegen: Drei Schüler wechselten nach Rißegg in die Ganztagsschule. Oberstadion forciert deshalb nun die Einrichtung entsprechender Angebote. "Das Konzept steht schon", sagt Ziegler. Von Herbst an soll an vier Nachmittagen betreut werden. Da die Bewerbung beim Regierungspräsidium wegen einer abgelaufenen Frist noch nicht für 2012/2013 gilt, muss die Schule mangels Lehrerstunden wohl auf ein Jugendbegleiterprogramm ausweichen. Aufsichtspersonal mit sieben Euro pro Stunde könnten Vereinsmitglieder und Freiwillige sein. Spätestens vom Schuljahr 2013/14 an soll dann die richtige Ganztagsschule kommen. Ziegler will jetzt eine Eltern-Umfrage starten, um den Bedarf zu erfassen. Bei der Klosterküche in Untermarchtal wäre es möglich, gemeinsam mit dem Kindergarten Mittagessen zu bestellen. Vorläufig können Schulküche oder Bürgersaal als Kantine dienen, später soll in der Halle gegessen werden.

Inmitten aller Umbrüche wird Josef Ziegler am 20. Juli in den Ruhestand verabschiedet. Zwei Bewerber für seine Nachfolge gebe es schon, verrät der Rektor. Ein Kandidat von außen sei im Gespräch, aber auch einer aus dem Oberstadioner Kollegium. "Wer kommt, ist aber noch nicht entschieden." Er wolle bis dahin so gut es geht die Geschicke der Schule und den Umbruch in die Wege leiten. In Sachen Gesamtschule sei noch Zurückhaltung angesagt. Man müsse da zunächst die Ergebnisse und Erfahrungen der Versuchsschulen abwarten.

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