Zum Klimaschutzkonzept gleich einen Manager

Am Donnerstag soll der Ehinger Gemeinderat das Klimaschutzkonzept verabschieden. Es enthält sieben Schwerpunkte von der Windkraft bis zu einem Klimaschutzmanager.

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In luftiger Höhe bereitet ein Montagespezialist auf einem Windrad die Montage des dritten Rotorblattes vor. Im Entwurf für ein integriertes Klimaschutzkonzept für Ehingen ist der Ausbau der Windkraft ein wichtiges Thema.  Foto: 
Das integrierte Klimaschutzkonzept, über das der Ehinger Gemeinderat in seiner Sitzung heute um 16 Uhr im Rathaus abstimmen wird, soll schon mit konkreten Maßnahmen an den Start gehen. Das ist das Ergebnis mehrerer Vorbesprechungen zwischen Stadtverwaltung, Lokaler Agenda und der EnBW-Agentur, die das Konzept erstellt hat. Es schlägt, wie ausführlich berichtet, die Reduzierung des Energieverbrauchs und die Einsparung von Treibhausgasen vor, vor allem Kohlendioxid (CO2). Schritte auf dem Weg dahin sollen sein der Ausbau regenerativer Energien wie Wind und Sonne sowie Anstrengungen hin zu mehr Energieeffizienz.

Um die Ziele auch erreichen zu können, enthält die Sitzungsvorlage sieben Schwerpunkte, die im Kreis der Lokalen Agend auf Zustimmung stoßen: Es sei richtig, von Anfang an Wert auf die Schaffung von Strukturen zu legen, um Klimaschutz wirkungsvoll angehen zu können. Vorgeschlagen werden die Einstellung eines Klimaschutzmanagers, die Weiterentwicklung des Windkraft-Standorts Kirchen-Deppenhausen, ein systematisches Controlling und Management in Sachen Energie und Gebäudebewirtschaftung, die Förderung des ÖPNV, die Aufnahme des Klimaschutzes in den Aufgabenbereich der Stadtverwaltung sowie der Aufbau eines Handwerkernetzwerks mit dem Ziel, die Kunden in der Region umfassend über Sanieren und klimafreundliches Bauen zu beraten.

Zustimmung zur Arbeit am Klimaschutzkonzept kommt auch vom BUND Ehingen, allerdings ergänzt um die Kritik am Ausblenden des Windkraft-Standorts Osterholz, einem Waldstück an der B 465 zwischen Liebherr, Altsteußlingen und Allmendingen. Die Flächen gehören – wie berichtet – zum Ehinger Stadtwald, und Verwaltung wie Gemeinderat haben beschlossen, dass es dort keine Windkraftanlagen geben soll. „Wir sind der Auffassung dass alle Potenziale für die Erzeugung von elektrischer und Wärmeenergie genutzt werden müssen“, erklärt Vorstandsmitglied Jürgen Kübler aus Rißtissen. Gerade weil in Ehingen der Anteil von Sappi, Liebherr und anderer Industriebetriebe am Strombedarf weit überdurchschnittlich sei, könne auf die Windkraftanlagen im Osterholz nicht verzichtet werden.

Die bisherigen Argumente gegen Windräder seien sachlich nicht fundiert, erklärt Kübler: „Nach bisherigen Erkenntnissen sind die im Osterholz vorhanden Orchideenarten auf der Alb an vielen Standorten zu finden. Für eine mögliche Gefährdung von Fledermäusen gibt es an bestehenden Anlagen ein Zeitmanagement. Eine Prüfung der Auswirkungen für betroffene Vogelarten wird ebenfalls im Zuge eines Genehmigungsverfahrens durchgeführt.“ Ohne ausreichenden Klimaschutz seien Flora und Fauna durch die globale Erwärmung gefährdet. Kübler erinnert an die Aussage in den Leitlinien für die Nachhaltige Stadt, wo es heißt: „Im Bereich Erneuerbarer Energien ist das Potenzial von Windenergieanlagen vorrangig zu prüfen.“ Dieser Satz sollte Maßstab für die Entscheidung zum Klimaschutzkonzept sein, sagt Kübler für den BUND. Dieser hoffe, dass die Ratsmehrheit ihre Haltung zu Windrädern im Osterholz überdenkt.

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