Zu schade für Alltag

Aus Schachteln und Schubladen des Ehinger Museums kamen Textilien aus Omas Zeit zutage. Sie sind in der Weihnachtsausstellung zu sehen.

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Zur Eröffung der Museums-Ausstellung spielte Josef Mantz Lieder zum Mitsingen. Foto: Christina Kirsch

Feinste Tauf-Häubchen, zart gestrickte Strümpfe mit Spitzenmuster, Unterhosen mit Latz und jede Menge Handarbeiten: Dies und mehr stellt das Ehinger Museum in seiner Weihnachtsausstellung aus. Zur Eröffnung am Sonntag meinte Franz Romer, der Vorsitzende der Museumsgesellschaft, dass man in Schubladen und Schränken allerlei gefunden habe, das bis dahin wenig präsent gewesen sei. Viele der Wäschestücke, die der Museumsbestand bietet, sind zwar schon 100 und mehr Jahre alt, aber ungetragen.

Die Bettwäsche, Unterkleider und Nachthemden waren Teil der Aussteuer, die hübsch gestapelt und mit Schleifen versehen als Mitgift im Aussteuerschrank lag. "Oft wurde es dann nur bis zum Tod aufbewahrt und nie getragen", meinten einige Besucher, die sich an solche Schränke noch erinnerten. Denn die fein gestrickten Strümpfe und die Leibwäsche waren zu schade für den arbeitsreichen Alltag. Deshalb gebe es in der Ausstellung auch keine Kleidung von Männern, meinte Franz Romer. Die Männerkleidung durchlief die Stadien "Sonntagshäs, Werktagshäs, Stallhäs und Reißerei", zählte Vorsitzender Franz Romer auf.

Die Ausstellung ergänzte Hedwig Wieser um eine Lichtstube mit altem Sofa und Wandgobelins. Lichtstuben waren vor 200 Jahren der Obrigkeit ein Dorn im Auge, weil dort Unzucht und subversives Gedankengut vermutet wurde, erklärte Franz Romer. Wahrscheinlich wurde aber doch überwiegend gestrickt, gesponnen, gehäkelt und geklöppelt. Ein paar Arbeitsproben und Arbeitsgeräte ergänzen die Ausstellung. Spinnräder, ein Bandwebstuhl, Nähmaschinen, Bügeleisen und Strickmaschinen zeigen, wie die Kleidung entstand.

Auffallend ist, wie winzig die Kinderkleidchen und Taufkleidchen sind. In das mit Perlen bestickte Jäckchen würde ein Säugling aus dem Jahr 2012 nicht mehr hineinpassen. Zur Eröffnung der Ausstellung spielte Josef Mantz mit seiner Ziehharmonika einige Lieder zum Mitsingen.

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