Groll gegen die falschen Radarfallen in Schmiechen

In Schmiechen werden seit Wochen die nachgemachten Radarstelen beschädigt. Anwohner rätseln über die Gründe für die Sachbeschädigungen.

|
Einfach umgeworfen: Nachgemachte Radarstele in Schmiechen.  Foto: 

Autofahrer reagieren oft aggressiv, wenn sie mit zu hohem Tempo von einer Radarfalle ertappt worden sind. Einige würden das vermaledeite Ding sogar am liebsten zerstören. Ein nachvollziehbarer Drang, auch wenn damit der Temposünder nur vom eigenen Fehlverhalten ablenken will.

Doch erstaunlicherweise tritt der Wut-Reflex auch dann auf, wenn die Radarfalle gar nicht ausgelöst hat. Ja, sogar wenn sie gar nicht auslösen kann. In Schmiechen haben, wie berichtet, Anwohner im Mai zwei falsche Radarstelen aufgestellt. Gedacht waren sie als Maischerz – doch sie waren so gut gemacht, dass sie eine erstaunliche Wirkung zeigten. Motorrad-, Auto- und Lastwagenfahrer reduzierten prompt ihre Geschwindigkeiten, die auf der langen Gerade in Richtung Hütten oft weit über dem Erlaubten gelegen hatten.

Immer diesselben Täter?

Die falschen Radarstelen, die jeweils auf privaten Grundstücken errichtet worden waren, blieben stehen, geduldet von den Behörden. Zur Freude der Anwohner – wesentlich gesitteter werde seitdem gefahren, gerade für ältere Leute sei das alles ein Segen. Doch seit rund zwei Wochen sind die falschen Radarstelen einiger Gewalt ausgesetzt. Fußabdrücke auf einer Stele und abgerissene Folie, und vor einigen Tagen ist eine Stele komplett umgeworfen worden. Es seien immer dieselben Täter, vermutet Cornelia Wachter. Auf ihrem Grundstück steht eine der Stelen. Doch die Attrappe ist schnell wieder hergestellt worden und steht  wieder.

Bleibt die Frage, wer sich an einer Radarfalle stört, die keine ist und keine Gefahr darstellt? Kommt da ein tiefsitzender Groll gegen alles, was auch nur so aussieht wie ein Blitzer, zum Vorschein? Oder traut sich der Vandale nicht an die echten, richtig teuren Radarstelen heran? Und glaubt, in einem privaten Garten in Schmiechen kann er ohne Konsequenzen umschmeißen, was ihn gerade stört?

Cornelia Wachter weiß darauf im Gespräch mit der SÜDWEST PRESSE auch keine Antwort. Aber sie hofft auf eines: Dass es bald weitaus häufiger echte Radarkontrollen mit mobilen Geräten an der Straße gebe. Zuletzt hatten die Messungen Durchschnittsgeschwindigkeiten von mehr als 70 Kilometern pro Stunde ergeben, und das im Schnitt und nach Toleranzabzug. „Da standen dann oft mehr als 80 auf dem Tacho“, sagt Wachter. Und das innerorts, wohlgemerkt. Mit der Forderung nach Kontrollen spreche sie  für viele Anwohner, sagt Wachter. Und vielleicht werden die festen falschen Fallen ja irgendwann ja sogar durch echte Exemplare ersetzt. So leicht werden die dann allerdings nicht umzuwerfen sein.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung
Kommentieren

Kommentare

06.10.2017 13:54 Uhr

falsche Radarfalle

oioioio ...

wenn es ein Wahlplakat gewesen wäre ...
an einem Laternenpfahl befestigt,
vielleicht sogar von der AfD ...
dann wüsste man sofort, wer für Schuld an diesem Frevel wäre.

nämlich die LINKSGRÜNversiffften GUTMenschen.

Handelt es sich jedoch um ein - auf einem Privatgelände stehendes Kunstwerk,
interessiert es keinen, wer es zerstört haben könnte.
Weil Kunst für Menschen nicht gleich Kunst ist,
obwohl viele davor gebremst haben,
um es sich beim vorbeifahren anzusehen,
vermutlich weil es dann doch so schön war.

Schade!
Nun liegt es da,
das Kunstwerk.
Und keinem tut es Leid.

So sind sie halt, unsere Bürger.

Antworten Kommentar melden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Weihnachtsmarkt ohne besondere Vorkommnisse

Zufriedene Weihnachtsmarkthändler trafen sich gestern zur Abschlussbesprechung im Weinhaus Denkinger. Nur klauende Kinder machen Sorgen. weiter lesen