Seniorenreisen: Wo sich Freundschaften entwickeln

Senioreneisen sind ein boomendes Segment, auf das sich die Ehinger Firma Bottenschein spezialisiert hat.

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Am Strand von Zypern: Seniorenreisen boomen, die Teilnehmer schätzen diese Art des Urlaubs sehr.  Foto: 

Man braucht jetzt niemanden mehr bitten, dass man wo hingefahren wird oder  abgeholt werden muss“,  sagt Brigitte Sukopp aus Orsenhausen, die an der Seniorenreise mit Bottenschein Reisen teilgenommen hat. Die Herbstreise ging nach Zypern und war eine Flugreise mit Haustürabholung. „Wir Senioren schätzen den Service ganz besonders und diese Reise ermöglichte es, total befreit zu reisen“, sagt die 66-Jährige. „Mit  66 fängt das Leben an“, schiebt  die reiselustige Frau nach, die bei der Seniorenreise eher zu den jüngeren Teilnehmern gehörte.

Seniorenreisen sind speziell konzipiert und haben einige Besonderheiten. Das Tempo kann eher in die Rubrik „gemütlich“ eingeordnet werden, so dass auch betagte Gäste teilnehmen können. „Wir hatten auch eine Dame mit Rollator dabei“, berichtet Brigitte Sukopp. „Das Tempo ist so, dass jeder mitkommt.“

Aber es ist nicht nur die geringere Geschwindigkeit bei den Ausflügen, die Senioren entgegenkommt. „Bei mir war es die erste Reise ohne meinen Mann und ich hatte schon etwas Bammel“, berichtet Sigrid Schiele. Die Blaubeurerin hatte jahrelang ihren kranken Mann gepflegt und das Gefühl, sie müsse sich nun ohne ihn langsam wieder „ein bissle verfangen“, also zu sich selber kommen. Die Hilfe der Reiseleitung beim Einchecken hat die 81-Jährige von ihrer anfänglichen Sorge befreit, auch die pünktliche Abholung hat sie beruhigt. „Ich habe auf der Reise so nett Anschluss gefunden, dass ich ganz glücklich und erholt wieder heimgekommen bin“, sagt sie. „Es hat von vorne bis hinten gepasst.“ Sigrid Schiele hat gleich im Anschluss eine Reise nach Teneriffa über Weihnachten gebucht.

„Man ist auch nie alleine, wenn irgendetwas passiert und man sich zum Beispiel eine Magen-Darm-Geschichte einfängt“, hat eine Ulmer Teilnehmerin festgestellt. Für die meisten Reisenden sei es eine Beruhigung, bereits im Voraus zu wissen, in welchem Hotel und an welchem Ort sie wohnen werden, erklärt  Daniela Ehmele vom Reiseveranstalter. Die homogene Gruppe ermögliche, dass niemand abgehängt wird.

„Man braucht vor der Reise wirklich nicht aufgeregt sein“, sagt Kurt Fuchs. Als Vorsitzender der Arbeiterwohlfahrt in Burlafingen kennt sich der 69-Jährige mit den Bedürfnissen der Senioren aus. „Die genießen es, wenn immer jemand da ist und man sich um nichts kümmern muss“, sagt er. So sei eine Seniorenreise „Genuss von der ersten Minute“. „Man ist aber auch nicht verpflichtet, dass man 24 Stunden am Tag mit der Gruppe zusammenklebt“, berichten  Anita (68) und Karl (76) Aldrian.

Manche Seniorenreisen sind auch mit Wanderreisen kombinierbar. Wer gut zu Fuß ist, kann an einzelnen Tagen auch an Wanderungen teilnehmen. Zu den Seniorenreisen gehört auch, dass die Hotels Aufzüge haben und die Reisenden das Gepäck nicht selber tragen müssen. Wer einen Rollator schiebt, kann nicht auch noch einen Koffer tragen.

Lob für Rundumversorgung

Weil Senioren zunehmend auch im Alter noch unternehmungslustig sind und ihr Geld nicht mehr nur auf die Bank bringen, sind die Seniorenreisen schwer im Aufwind. Die Rundumversorgung loben alle Teilnehmer. „Und man will im Alter nicht mehr alleine größere Strecken fahren“, sagt die Ulmerin, die auf Reisen schon Menschen kennenlernte, „mit denen ich mich danach auch getroffen habe und es sich nette Freundschaften entwickelt haben“.

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