Wenn das größte Organ des Menschen leidet

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„Ich bin nach wie vor fasziniert davon, was die Haut kann. Aber sie muss auch gepflegt werden“ sagte Dr. Stephan Wortmann, Hautarzt im Gesundheitszentrum des Kreiskrankenhauses Ehingen in seinem Vortrag über offene Beine. Das „größte Organ des Menschen“ verändere sich im Laufe eines Lebens, erläuterte Wortmann. Mit zunehmendem Alter werde die Haut in der Regel trockener. Aber auch die Erbanlagen des einzelnen Menschen, Umwelteinflüsse, wie häufiger Wasserkontakt, Ernährung oder Stress haben Einfluss auf die Haut.

Der Begriff des dünnhäutigen Menschen beruhe auf Tatsachen, denn unter dem Einfluss des Stresshormons Cortison werde die Haut tatsächlich messbar dünner. Wenn die Haut und tiefer liegende Gewebeschichten voneinander getrennt oder gar zerstört werden, spreche man in der Medizin von Wunden. Als Beispiele für chronische Wunden führte er das venöse und das arterielle Ulcus sowie den diabetischen Fuß an und zeigte ihre verschiedenen Stadien auf. Bei der Versorgung dieser chronischen Wunden müsse immer die Gesamtsituation des Patienten in Betracht gezogen werden. Als Beispiel nannte er einen Patienten mit Rückenproblemen, der sich natürlich nicht alleine seine Kompressionsstrümpfe anlegen könne. Bei der Wundheilung gebe es im Idealfall drei Phasen. Am Anfang stehe die Reinigungsphase (Exsudation), anschließend folge die Granulation (die Wunde ist bereits sauber und granuliert) und finde mit der Epithelisierung, also mit einer neuen Deckschicht ihren Abschluss. Wenn der beschriebene Idealfall nicht eintritt, sprich: wenn sich Nekrosen oder Fibrinbeläge an der Wunde bilden, müssen diese chirurgisch mit Skalpell oder Laser entfernt werden. Als biochirurgische Alternative habe sich der Einsatz von Maden harmloser Nachtschmetterlinge bewährt und führe zu guten Ergebnissen. Bei infizierten Wunden, deren Merkmal Fieber und Eiterbildung sei, muss zunächst die Infektion behandelt werden.

Etwa 50 Prozent der Wundpatienten haben laut Wortmann Kontaktallergien. Das Topkontaktallergen sei das Metall Nickel, das weit verbreitet ist und beispielsweise in Jeansknöpfen aber auch in Kaffee oder in Marzipan vorkommt. Auch Stoffe in Medikamenten wie  Antibiotika können Allergien auslösen. Die Haut wird durch die Lebensweise oft zusätzlich beansprucht. Der Kontakt mit Duftstoffen, Putzmitteln, Urlaube mit viel Sonneneinstrahlung – das seien Belastungen, die die Haut nicht vergesse. „Unsere Haut ist für eine gewisse Anzahl von Jahren gemacht und muss heutzutage länger durchhalten“ sagte Wortmann zum Abschluss seines Vortrags.  Joachim Schultheiß

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