Weniger als erwartet

Jutta Schmelzer wird im Herbst nur 66 neue Realschüler begrüßen. Die können umso besser gefördert werden, meint sie. Einige Eltern hätten sich von unbegründeten Sorgen leiten lassen, vermutet die Pädagogin.

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    An die Munderkinger Realschule kommen weniger Fünftklässler. Archivfoto
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    Schulleiterin Jutta Schmelzer: 22 Schüler sind eine tolle Klassengröße.
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Schon beim Tag der offenen Tür an der Munderkinger Realschule waren die Pädagogen von Eltern gefragt worden, ob denn die neue, freie Auswahl der weiterführenden Schule nicht für ein niedrigeres Niveau an der Realschule sorgen könnte - wenn Kinder mit Hauptschulempfehlung sich an der Realschule anmelden. Diese Sorge sei hier und da geäußert worden, berichtet Schulleiterin Jutta Schmelzer. Und sie konnte anscheinend nicht ganz entkräftet werden, denn es sind nur 66 Schüler angemeldet, im Vorjahr waren es noch 91. Schmelzer ist darüber nicht enttäuscht, "im Gegenteil: Mit drei kleineren Klassen können wir unsere Schüler optimal fördern". Die 91 Schüler in diesem Jahrgang seien ohnehin extrem viel für Munderkinger Verhältnisse.

Das Leistungsniveau werde mitnichten leiden, sagt Schmelzer: Erstens entwickeln sich Kinder so rasant, dass der Unterschied zwischen solchen mit Realschul- und Hauptschulempfehlung kaum bemerkbar sei. Und ohnehin seien vor allem erstere angemeldet worden.

Viele Eltern hätten ihre Kinder lieber aufs "Gymmi" geschickt - "eben aus falscher Vorsicht, aber auch, weil die Gymnasien sehr viel Werbung gemacht haben". Dass es mancher am Gymnasium versucht und später doch auf die Realschule zurückwechseln muss, komme oft vor, berichtet die Schulleiterin. Allein in Klasse acht habe sie sieben Schüler vom Gymnasium zurückbekommen. "Das lag oft nicht an den Noten. Die Eltern berichten, dass ihr Kind gekämpft habe, es ihm aber psychisch nicht gut ging." Die Umgewöhnung an die Realschule falle später nicht immer leicht, weil sich dort bereits eine Gemeinschaft gebildet hat.

Jedes Jahr komme auch der andere Fall vor: Schüler mit Gymnasialempfehlung, die an der Realschule angemeldet werden. Schmelzer: "Alle profitieren von der Vielfalt. Wir können mit durchmischten Klassen pädagogisch gut arbeiten und passende Angebote machen."

Mit Blick auf die jetzt mögliche Gesamtschule sagt Schmelzer: "Wir fahren nicht mit dem ersten Zug mit, wir wollen in Ruhe schauen, wohin sich alles entwickelt; im Moment ist in diese Richtung noch gar nichts angedacht." Sie wolle für alles offen sein und zu gegebener Zeit gemeinsam mit Eltern, Lehrern, Schulverwaltung und Schulträger abwägen, ob eine Gesamtschule in Zukunft in Frage kommt. Was definitiv gewünscht sei, ist eine engere Vernetzung und Kooperation mit den anderen Schulen in Munderkingen. Weil die Stundenzuweisungen des Landes sparsam sind, gibt es für den Ergänzungsbereich wie Arbeitsgemeinschaften weniger Lehrerstunden. Es gibt bereits eine gemeinsame Fußball-AG, und auch im Kunst- und Basketballbereich sei schon einiges geschehen. Dies gelte es noch weiter auszubauen, etwa in punkto Theater-AG.

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