Weihungstaler Stubenmusik in der Liebfrauenkirche

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Angelika Köder, Annette Beuthner und Lihong Zhang (stehend, von links) haben im Konzert der Weihungstaler Stubenmusik in der Liebfrauenkirche überzeugt.  Foto: 

Glasklare Frauenstimmen erklangen am Sonntagabend in der vollbesetzten Liebfrauenkirche und hüllten den barocken Raum in ein wohltuendes Klangbad: Die Weihungstaler Stubenmusik musizierte dort und kam mit Marienliedern zum Rosenkranzfest, das auch einen musikalischen Auftakt zu den Feierlichkeiten „20 Jahre ökumenische Hospizgruppe Ehingen“ bildete.

Die aus der Ulmer Gegend stammenden Musiker haben sich der alpenländischen Tradition verschrieben und beleben mit ihren Marienliedern eine Volksfrömmigkeit, die in der Liebfrauenkirche auch bis heute lebendig ist, zumal sie eine Wallfahrtskirche ist, eine Kirche, die man mit seinen persönlichen Anliegen oder seinem Dank besucht. Unter der zentralen Madonna im Chorraum befinden sich Reliquienvitrinen mit Amuletten.

Geheimnis des Rosenkranzes

Die Marienlieder der drei Sängerinnen und des Sängers haben hier einen Ort gefunden, wo sie hin passen, auch wenn viele Lieder aus dem alpenländischen Raum stammen. Ein feiner Klangteppich filigraner Töne unterlegte die glockenklaren Stimmen. Die Weihungstaler Stubenmusiker spielen verschiedene Zupfinstrumente, die auf dem Tisch liegend gespielt werden. Nur die Harfe sticht dabei als begleitendes Instrument heraus.

Diakon Roland Gaschler spannte in seiner Predigt einen großen Bogen, vom Rosenkranz als einem Dankesgebet nach einer überstandenen Seeschlacht mit den Türken über aktuelle Bezüge, und er sprach, ohne es zu lüften, über das Geheimnis des Rosenkranzes. Das könne man in der neu gegründeten „Rosenkranz-Bruderschaft“ vertiefen. Er fand schließlich eine Brücke zu den Hospizfeierlichkeiten. Auch die beiden Einsatzleiterinnen der Hospizgruppe, Ute Häußler und Gabi Zügen, kamen zu Wort. Häußler machte sich Gedanken über die Frau Maria, die hinter den vielen ikonenhaften Darstellungen steht. Der musikalische Höhepunkt war Sopranistin Angelika Köder zu verdanken: Ihr Ave Maria von Johann Sebastian Bach sprengte den volkstümlichen Rahmen und war wunderschön. Dem Zusammentreffen von Tradition, der Rückbesinnung auf eine alte Zeit, in der die Frauen an Feiertagen Trachten trugen und die Schürzenschleifen nach der Hochzeit rechts banden, tat es gut zu sehen, dass sich in eine so gewachsene Ordnung auch eine Frau mit anderen kulturellen Wurzeln einbringt: Die Chinesin Lihong Zhang trägt mit ihrer klassischen Gesangsausbildung auch dazu bei, dass die Gruppe sich aus dem Hobbymusikerbereich hervorhebt.

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